Verarbeitung (INTELLO PLUS): Unterschied zwischen den Versionen

KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(7 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 17: Zeile 17:


== Allgemeine Hinweise zur Verarbeitung ==
== Allgemeine Hinweise zur Verarbeitung ==
'''Ablauf und Zeitpunkt:''' Grundsätzlich sollen die Dämm- und Dichtungsarbeiten Zug um Zug erfolgen um Tauwasserbildung speziell bei kaltem Außenklima zu vermeiden. Dies gilt für alle empfohlenen Dämmstoffe. <br>
* Ohne Dampfbremse dringt die [[Luftfeuchtigkeit|Raumluftfeuchtigkeit]] ungehindert in die Konstruktion ein, kühlt vor allem nachts in der Dämmung ab und führt zum [[Tauwasserausfall]].  <br>
* Im Fall verlegter Dampfbremse ohne Dämmung (s. Einblasdämmung) wirkt die Dampfbremse quasi als dünne "Dämmebene". In Folge dessen kann es zur [[Kondensat]]bildung auf der Innenseite der Dampfbremse kommen.
'''Verlegung:'''  
'''Verlegung:'''  
* Die [[Dampfbremse|Dampfbrems-]] und [[Luftdichtung]]sbahn pro&nbsp;clima INTELLO PLUS wird raumseitig der (Haupt-)[[Wärmedämmstoff|Dämmstoffebene]] verlegt.  
* Die [[Dampfbremse|Dampfbrems-]] und [[Luftdichtung]]sbahn INTELLO PLUS wird raumseitig der (Haupt-)[[Wärmedämmstoff|Dämmstoffebene]] verlegt.  
* Die Bahn wird mit der Beschriftung zum Verarbeiter hin zeigend verlegt. Klebebänder haften besser auf der glatten Seite.  
* Die Bahn wird mit der Beschriftung zum Verarbeiter hin zeigend verlegt. Klebebänder haften besser auf der glatten Seite.  
* Sie wird straff und ohne Durchhang längs oder quer zur Tragkonstruktion, z. B. den Sparren, verlegt. Eine erhöhte Straffung mit resultierender Zugspannung ist zu vermeiden.  Bei der Längsverlegung erfolgt die Bahnenüberlappung auf der Tragkonstruktion. Bei Querverlegung ist der Abstand der Tragkonstruktion auf maximal 100 cm begrenzt.  
* Sie wird straff und ohne Durchhang längs oder quer zur Tragkonstruktion, z. B. den Sparren, verlegt. Eine erhöhte Straffung mit resultierender Zugspannung ist zu vermeiden.  Bei der Längsverlegung erfolgt die Bahnenüberlappung auf der Tragkonstruktion. Bei Querverlegung ist der Abstand der Tragkonstruktion auf maximal 100 cm begrenzt.  
* Die Befestigung erfolgt z. B. mit Tackerklammern mind. 10 mm breit und 8 mm lang. Abstand allgemein 10 bis 15 cm, bei Einblasdämmstoffen 5 bis 10 cm.
* Die Befestigung erfolgt z. B. mit Tackerklammern mind. 10 mm breit und 8 mm lang. Abstand allgemein 10 bis 15 cm, bei Einblasdämmstoffen 5 bis 10 cm.
'''Ablauf und Zeitpunkt:''' Grundsätzlich sollen die Dämm- und Dichtungsarbeiten Zug um Zug erfolgen um Tauwasserbildung speziell bei kaltem Außenklima zu vermeiden. Dies gilt für alle empfohlenen Dämmstoffe. <br />
* Ohne Dampfbremse dringt die [[Luftfeuchtigkeit|Raumluftfeuchtigkeit]] ungehindert in die Konstruktion ein, kühlt vor allem nachts in der Dämmung ab und führt zum [[Tauwasserausfall]].  <br />
* Im Fall verlegter Dampfbremse ohne Dämmung (s. Einblasdämmung) wirkt die Dampfbremse quasi als dünne "Dämmebene". In Folge dessen kann es zur [[Kondensat]]bildung auf der Innenseite der Dampfbremse kommen.


'''Verklebung:''' Dauerhaft luftdichte Verklebungen (z. B. der Bahnenüberlappungen) können nur auf sauberen Untergründen (auch fett- und silikonfrei) und faltenfrei verlegten Dampfbremsen erreicht werden. Klebebänder mittig auf den Bahnenlappungen anordnen - Anschlusskleberraupen müssen einen Durchmesser von mind. 5 mm aufweisen. Um Tauwasserbildung zu vermeiden, sollte die luftdichte Verklebung unmittelbar nach der Verlegung der Dampfbremse erfolgen, ebenfalls um [[Kondensat]]ausfälle zu verhindern. Dies gilt besonders bei Arbeiten im Winter.  
'''Verklebung:''' Dauerhaft luftdichte Verklebungen (z. B. der Bahnenüberlappungen) können nur auf sauberen Untergründen (auch fett- und silikonfrei) und faltenfrei verlegten Dampfbremsen erreicht werden. Klebebänder mittig auf den Bahnenlappungen anordnen - Anschlusskleberraupen müssen einen Durchmesser von mind. 5 mm aufweisen. Um Tauwasserbildung zu vermeiden, sollte die luftdichte Verklebung unmittelbar nach der Verlegung der Dampfbremse erfolgen, ebenfalls um [[Kondensat]]ausfälle zu verhindern. Dies gilt besonders bei Arbeiten im Winter.  


'''Lagesicherung:''' Eine quer laufende Lattung im Abstand von max. 50 cm muss das Gewicht des Dämmstoffs abtragen. Sind z. B. durch das Dämmstoffgewicht Zugbelastungen auf die Überlappungsverklebung zu erwarten, soll zusätzlich auf dieser Verbindung eine Stützlatte angeordnet werden. Alternativ kann das Klebeband auf der Überlappung zusätzlich mit quer dazu laufenden Klebebandstreifen im Abstand von 30 cm gesichert werden.
'''Lagesicherung nach der Verlegung:''' Eine quer laufende Lattung muss innenseitig im Abstand von max. 50 cm muss das Gewicht des Dämmstoffs abtragen. Sind bei der Verwendung von matten- und plattenförmigen Dämmstoffen z. B. durch das Dämmstoffgewicht Zugbelastungen auf die Klebebandverbindungen zu erwarten, soll zusätzlich auf der Überlappungsverklebung eine Stützlatte angeordnet werden. <br> Alternativ kann das Klebeband auf der Überlappung zusätzlich mit quer dazu laufenden Klebebandstreifen im Abstand von 30 cm gesichert werden.  


'''Zusätzlich bei Einblasdämmstoffen:''' INTELLO PLUS kann auch als begrenzende Schicht für Einblasdämmstoffe aller Art dienen. Ihr Armierungsgelege sorgt für eine geringe Dehnung beim Einblasen. Die Verlegung längs zur Tragkonstruktion bietet den Vorteil, dass sich der Stoss auf einer festen Unterlage befindet und dadurch geschützt ist.
'''Zusätzlich bei Einblasdämmstoffen:''' INTELLO PLUS kann auch als begrenzende Schicht für Einblasdämmstoffe aller Art dienen. Ihr Armierungsgelege sorgt für eine geringe Dehnung beim Einblasen. Die Verlegung längs zur Tragkonstruktion bietet den Vorteil, dass sich der Stoss auf einer festen Unterlage befindet und dadurch geschützt ist.
Zeile 35: Zeile 35:
'''Maßnahmen zur Senkung erhöhter Raumluftfeuchtigkeit:''' Erhöhte [[Luftfeuchtigkeit|Raumluftfeuchtigkeit]] (z. B. während der Bauphase) durch konsequentes und stetiges Lüften zügig abführen. Dies kann durch starkes und durchgehendes Lüften (Tag und Nacht!) und ergänzend durch Heizen erfolgen. Gelegentliches Stoßlüften ist nicht ausreichend, um die große Menge baubedingter [[Luftfeuchtigkeit|Feuchtigkeit]] schnell aus dem Gebäude zu befördern, ggf. Bautrockner aufstellen! <br />
'''Maßnahmen zur Senkung erhöhter Raumluftfeuchtigkeit:''' Erhöhte [[Luftfeuchtigkeit|Raumluftfeuchtigkeit]] (z. B. während der Bauphase) durch konsequentes und stetiges Lüften zügig abführen. Dies kann durch starkes und durchgehendes Lüften (Tag und Nacht!) und ergänzend durch Heizen erfolgen. Gelegentliches Stoßlüften ist nicht ausreichend, um die große Menge baubedingter [[Luftfeuchtigkeit|Feuchtigkeit]] schnell aus dem Gebäude zu befördern, ggf. Bautrockner aufstellen! <br />
Achtung: Heizen bei geschlossenen Fenstern löst die Feuchte aus den Bauteilen, führt zum '''Anstieg''' der Luftfeuchte und steigert somit die Gefahr der [[Kondensat]]bildung.
Achtung: Heizen bei geschlossenen Fenstern löst die Feuchte aus den Bauteilen, führt zum '''Anstieg''' der Luftfeuchte und steigert somit die Gefahr der [[Kondensat]]bildung.
'''Hinweis:''' Feuchtevariable Dampfbremsen unterliegen infolge der feuchtevariablen Eigenschaften generell bei Feuchteaufnahme und -abgabe einem Quell- und Schwindverhalten. Dieses tritt insbesondere bei starken Änderungen der Umgebungsfeuchte (z. B. nach Nassarbeiten bzw. starker Trocknung) auf. Daher sind eine ausreichende Abführung hoher Luftfeuchtigkeit, eine sichere mechanische Befestigung durch Tackerklammern und Lattung sowie Dehnschlaufen vorzusehen.


'''UV-Schutz:''' Nach der Fertigstellung der Luftdichtungsebene ist diese vor dauerhafter UV-Strahlung und Beschädigungen zu schützen.
'''UV-Schutz:''' Nach der Fertigstellung der Luftdichtungsebene ist diese vor dauerhafter UV-Strahlung und Beschädigungen zu schützen.
Zeile 107: Zeile 109:
* Anschließend Bahn mit [[PRESSFIX]] fest anreiben.
* Anschließend Bahn mit [[PRESSFIX]] fest anreiben.
|-
|-
| colspan="3" | Bei unverputztem Mauerwerk, sorgt auch das Putzanschlussband [[CONTEGA&nbsp;PV]] für definiert luftdichte Übergänge:
| valign="top" |<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb CONTEGA SOLIDO IQ A.jpg|200px|Giebelwand Mauerwerkswand, luftdichten Anschluss herstellen]]</div>
; 11. Anschluss an unverputzte Untergründe: Anschluss direkt überputzbar, ohne Haftbrücke
* Dampfbremse heranführen.
* Dehnfalte herstellen, damit Bauteilbewegungen aufgenommen werden können.
* Alle Trennfolienstreifen von [[CONTEGA&nbsp;SOLIDO&nbsp;SL]] oder [[CONTEGA&nbsp;SOLIDO&nbsp;IQ]] abziehen.
* Band mittig ansetzen und Zug um Zug verkleben. Mit pro clima [[PRESSFIX]] fest anreiben.
|-
|-
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb CONTEGA PV 01-INTELLO.jpg|200px|CONTEGA&nbsp;PV zunächst auf Bahn verkleben]]</div>
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb CONTEGA PV 01-INTELLO.jpg|200px|CONTEGA&nbsp;PV zunächst auf Bahn verkleben]]</div>
; 11 a. Anschluss an unverputzte Untergründe
'''12 a. Alternativ: Anschluss an unverputzte Untergründe '''
* [[CONTEGA&nbsp;PV]] mit Selbstklebestreifen auf der Bahn verkleben. Fest anreiben.
* [[CONTEGA&nbsp;PV]] mit Selbstklebestreifen auf der Bahn verkleben. Fest anreiben.
* CONTEGA&nbsp;PV zurück schlagen und punktuelle Lagesicherung an der Wand (e ~10-20 cm) mit [[ORCON&nbsp;F]], ~2 cm vor der Konstruktionsinnenkante,  
* CONTEGA&nbsp;PV zurück schlagen und punktuelle Lagesicherung an der Wand (e ~10-20 cm) mit [[ORCON&nbsp;F]], ~2 cm vor der Konstruktionsinnenkante,  
Zeile 122: Zeile 129:
|-
|-
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb CONTEGA PV 4-INTELLO.jpg|200px| einputzen]]</div>
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb CONTEGA PV 4-INTELLO.jpg|200px| einputzen]]</div>
'''11 b. Das Innenputzgewerk''' bettet CONTEGA&nbsp;PV in die Mittellage des Putzes (Hinweisaufkleber für das Gewerk ist dem Band beigefügt):
'''12 b. Alternativ: Das Innenputzgewerk''' bettet CONTEGA&nbsp;PV in die Mittellage des Putzes (Hinweisaufkleber für das Gewerk ist dem Band beigefügt):
* Zuerst hinter dem Band putzen, dann das Band in den nassen Putz legen und vollständig überputzen. Der Putz muss bis auf das weiße, luftdichte Vlies vom Anschlussband reichen. Bei kalkhaltigen Putzen eine Haftbrücke (Armierungsmörtel) verwenden.
* Zuerst hinter dem Band putzen, dann das Band in den nassen Putz legen und vollständig überputzen. Der Putz muss bis auf das weiße, luftdichte Vlies vom Anschlussband reichen. Bei kalkhaltigen Putzen eine Haftbrücke (Armierungsmörtel) verwenden.
<br />  
<br />  
: '''Mehr:''' [[Verarbeitung (CONTEGA PV)|CONTEGA&nbsp;PV&nbsp;Verarbeitung]] &nbsp;und&nbsp; [[Datei:Play-button.jpg|24px|Video|link=http://youtu.be/VmdKVJi6tAk]] [http://youtu.be/VmdKVJi6tAk Video zur Verarbeitung]  
: '''Mehr:''' [[Verarbeitung (CONTEGA PV)|CONTEGA&nbsp;PV&nbsp;Verarbeitung]] &nbsp;und&nbsp; [[Datei:Play-button.jpg|24px|Video|link=http://youtu.be/VmdKVJi6tAk]] [http://youtu.be/VmdKVJi6tAk Video zur Verarbeitung]  
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb CONTEGA SOLIDO SL A.jpg|200px|Giebelwand Mauerwerkswand, luftdichten Anschluss herstellen]]</div>
; 12. Giebelwand Mauerwerkswand, luftdichten Anschluss herstellen
: Anschluss mit [[CONTEGA&nbsp;SOLIDO&nbsp;SL]], direkt überputzbar, ohne Haftbrücke
* Dampfbremse heranführen.
* Dehnfalte herstellen, damit Bauteilbewegungen aufgenommen werden können.
* Alle Trennfolienstreifen von CONTEGA&nbsp;SOLIDO&nbsp;SL abziehen.
* Band mittig über der Verbindungsstelle ansetzten und Zug um Zug verkleben und mit der Anpresshilfe [[PRESSFIX]] fest anreiben.
|-
|-
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb_INTELLO_Pfette_01.jpg|200px|Anschluss an sägeraues Holz]]</div>
| valign="top"|<div class="tleft">[[Bild:Pc-gd verarb_INTELLO_Pfette_01.jpg|200px|Anschluss an sägeraues Holz]]</div>