Erneuerbare Energien: Unterschied zwischen den Versionen

 
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|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie Bruttostromverbrauch.jpg|thumb|500px| Bruttostromverbrauch 2025 <br /> Quelle: [[BMWE]] - (C) [[UBA]] ([[AGEE-Stat]]) 02/2026]]
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie Bruttostromverbrauch.jpg|thumb|500px| Bruttostromverbrauch 2025 <br /> Quelle: [[BMWE]] - (C) [[UBA]] ([[AGEE-Stat]]) 02/2026]]
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'''Erneuerbare Energien sind mittlerweile die wichtigste Stromquelle für Deutschland. Sie sind von zentraler Bedeutung für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.''' <br>
'''Erneuerbare Energien sind mittlerweile die wichtigste Stromquelle für Deutschland. <br> Sie sind von zentraler Bedeutung für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.''' <br>
Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr sauberer und klimafreundlicher. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf deutlich mehr als 50 Prozent im Jahr 2024. Das zeigen die aktualisierten Daten der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik ([[AGEE-Stat]]) beim [[Umweltbundesamt]].
Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr sauberer und klimafreundlicher. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf mehr als 55 Prozent im Jahr 2025. Das zeigen die aktualisierten [https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/zeitreihen-zur-entwicklung-der-erneuerbaren-energien-in-deutschland-1990-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=1 Daten (PDF)] der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik ([[AGEE-Stat]]) beim [[Umweltbundesamt]].


Mit 54,4 Prozent in 2024 liegt der Anteil 1,5 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres von 52,9 Prozent. Seit dem Jahr 2023 wird stabil mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Wind und Sonne, aber besonders auch ein stärkerer Zubau an [[Photovoltaik]]- und [[Windenergie]]anlagen sorgt für einen kräftigen Anstieg an grünem Strom.
Seit dem Jahr 2023 wird stabil mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt – im Wesentlichen durch Wind- und Sonnenenergie. Dabei sorgt ein stärkerer Zubau an [[Photovoltaik]]- und [[Windenergie]]anlagen sorgt für einen kräftigen Anstieg an grünem Strom.


Gleichzeitig ist die Versorgungssicherheit weiterhin sehr hoch – wichtig für Haushalte und Unternehmen. Wie zuverlässig die Stromversorgung ist, zeigen regelmäßig die [https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/Versorgungsunterbrechungen/Auswertung_Strom/start.html Daten] der Bundesnetzagentur.
Gleichzeitig ist die Versorgungssicherheit weiterhin sehr hoch – wichtig für Haushalte und Unternehmen. Wie zuverlässig die Stromversorgung ist, zeigen regelmäßig die [https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/Versorgungsunterbrechungen/Auswertung_Strom/start.html Daten] der Bundesnetzagentur.


Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Nach der Vollendung des Kohleausstiegs soll die Stromversorgung treibhausgasneutral sein. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz ([[EEG]]) vor, das so zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beiträgt.
Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. (BMWE 2025: Nach der Vollendung des Kohleausstiegs soll die Stromversorgung treibhausgasneutral sein. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz ([[EEG]]) vor, das so zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beiträgt.)


Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle, insbesondere dank der ständig steigenden Nutzung von [[Wärmepumpe]]n. Im Jahr 2024 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte etwa 18,1 Prozent und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Verkehr tragen [[Biokraftstoff]]e und Elektromobilität zunehmend zur Dekarbonisierung bei, auch wenn im Verkehr der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch mit lediglich 7,2 Prozent am geringsten ist.
Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle, insbesondere dank der ständig steigenden Nutzung von [[Wärmepumpe]]n. Im Jahr 2025 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte etwa 19,0 Prozent und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Verkehr tragen [[Biokraftstoff]]e und Elektromobilität zunehmend zur Dekarbonisierung bei, auch wenn im Verkehr der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch mit lediglich 8,0 Prozent am geringsten ist.
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=== Mehr Solarstrom im Jahr 2024: Erneuerbare Energien decken bereits 54 Prozent des Bruttostromverbrauchs ===
=== Mehr Solarstrom im Jahr 2025: Erneuerbare Energien decken bereits 55,1 Prozent des Stromverbrauchs ===
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|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung entwicklung.png|thumb|600px| Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]]
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung entwicklung.png|thumb|600px| Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - [https://www.umweltbundesamt.de/publikationen?keys=erneuerbare+Energien&topics=All&series=All&Availability=All&field_target_groups=All&language=All&sort_bef_combine=date_DESCDownload Broschüre] ]]
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|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung anteile.png|thumb|600px| Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien - Anteile <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]]
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung anteile.png|thumb|600px| Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien - Anteile <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]]
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Mit 284,0 Terawattstunden (TWh) wurde im Jahr 2024 etwa 3 Prozent mehr grüner Strom erzeugt als im Vorjahr. Während im Jahr 2023 besonders gute Windbedingungen herrschten, war 2024 ein durchschnittliches Windjahr. Trotzdem nahm die erneuerbare Stromerzeugung insgesamt um 9 TWh zu.
Mit rund 290,2 Terawattstunden (TWh) wurde im Jahr 2025 erneut etwas mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als im Vorjahr. Ein starker Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen glich dabei witterungsbedingte Rückgänge bei Windenergie und Wasserkraft aus.


Mit einem Anteil von 54,4 Prozent konnte auch der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch weiter zulegen – bei einem insgesamt wieder leicht steigenden Stromverbrauch. Im Jahr 2023 lag der Anteil noch bei 52,9 Prozent und damit 1,5 Prozentpunkte niedriger.
Während die erneuerbare Strommenge leicht anstieg (plus 1 Prozent), war der Stromverbrauch leicht rückläufig. Die fossile Stromerzeugung wuchs minimal, während gleichzeitig Stromimporte zurückgingen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 2025 lag bei 55,1 Prozent und somit knapp über dem Vorjahreswert von 54,4 Prozent.


Wind und Sonne sorgten im Jahr 2024 für 75 Prozent des erneuerbaren Stroms. Die verbleibenden 25 Prozent wurden durch Biomasse und Wasserkraft und zu einem sehr geringen Teil auch durch Tiefengeothermie bereitgestellt.
Wind- und Solarenergie stellten auch 2025 den mit Abstand größten Teil der erneuerbaren Stromerzeugung. Gemeinsam entfielen auf beide Technologien mehr als drei Viertel (78 Prozent) des erneuerbaren Stroms. Die übrigen etwa 22 Prozent wurden durch Biomasse, Wasserkraft und Geothermie bereitgestellt.


Ein Blick auf die Entwicklung der einzelnen Energieträger zeigt, dass das Plus im Jahr 2024 vor allem dem sehr guten Ergebnis bei der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen zu verdanken ist. Die in PV-Anlagen erzeugte Strommenge stieg wegen des starken Zuwachses neuer PV-Anlagen trotz geringerer Globalstrahlung im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 16 Prozent an.
Insgesamt wurden durch Windenergie rund 133,7 TWh Strom erzeugt. Die Windenergie bleibt damit weiterhin der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Die Erzeugung aus Windkraft ging allerdings auf Grund ungünstiger Witterung bereits im zweiten Jahr in Folge zurück (minus 4 Prozent).


Die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen an Land sank im Vergleich zum windstarken Vorjahr, konnte aber teilweise durch mehr Strom aus Windparks auf See ausgeglichen werden. Insgesamt wurde 2 Prozent weniger Strom durch Windenergieanlagen erzeugt als 2023.
Dem gegenüber stieg durch den anhaltenden Zubau neuer PV-Anlagen und aufgrund des sonnigen Wetters die Solarstromerzeugung im Jahr 2025 um deutliche 21 Prozent an. Mit 91,6 TWh ist die Photovoltaik nun vor Erdgas und Braunkohle der zweitwichtigste Energieträger zur Stromerzeugung.


Aufgrund der niederschlagsreichen Witterung lag die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen deutlich über dem Vorjahreswert (plus 12 Prozent). Die Stromerzeugung aus Biomasse und aus biogenem Abfall lag dagegen leicht unter dem Niveau des Vorjahres (minus 2 Prozent).
Aufgrund eines außergewöhnlich trockenen Jahres lag die Stromerzeugung aus Wasserkraft hingegen erheblich unter dem Vorjahreswert. Die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Abfall blieb ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau.


==== Photovoltaik ====  
==== Photovoltaik ====  
Die Stromerzeugung aus PV-Anlagen stieg im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 74,1 TWh an (2023: 63,9 TWh). Das große Wachstum konnte trotz der für die PV-Stromerzeugung ungünstigeren Witterung erreicht werden und ist maßgeblich auf den starken Anlagenzuwachs der letzten zwei Jahre zurückzuführen. <br>
Die Stromerzeugung aus PV-Anlagen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf nunmehr 91,6 TWh an (2024: 75,9 TWh). Dieser Wert enthält neben der ins Netz eingespeisten Strommenge auch lokal selbst erzeugten und verbrauchten Strom. Das insgesamt starke Wachstum wurde im Zusammenspiel von günstiger Witterung und vielen neuen PV-Anlagen erreicht. <br>  
Ende des Jahres 2024 waren in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 99.787 MW installiert. Damit wuchs die Gesamtleistung des PV-Anlagenparks im Jahr 2024 um 16.735 MW oder 20 Prozent. Der Rekordzubau des Jahres 2023 konnte damit übertroffen werden. <br> Mehr siehe [[Photovoltaik]]  
Ende des Jahres 2025 waren in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit einer Bruttoleistung von insgesamt fast 120.000 MW installiert. Damit wuchs die Gesamtleistung des PV-Anlagenparks im letzten Jahr um etwa 17.600 MW oder 17 Prozent. Der Rekordzubau des Vorjahres konnte damit nicht ganz erreicht werden. Insgesamt hat sich die installierte Leistung in den letzten vier Jahren aber nahezu verdoppelt.
Nach ersten Angaben der Bundesnetzagentur wurden vom Gesamtzubau 2025 46 Prozent (ca. 8.100 MW) als Gebäudesolaranlagen (auf Dächern oder als Fassadenanlagen) installiert. Freiflächenanlagen machten gut 47 Prozent des Zubaus aus (ca. 8.300 MW).<br>
Nachdem in den Vorjahren die Gebäudeanlagen dominierten, ist damit im Jahr 2025 eine etwa hälftige Aufteilung zu verzeichnen.<br>
Zusätzlich wird von einer Installation von weiteren etwa 1,3 Mio. sogenannten Balkonsolaranlagen im Jahr 2025 ausgegangen. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Größe entspricht diese hohe Anlagenzahl allerdings nur einem Leistungszubau von etwa 1.250 MW beziehungsweise etwa 7 Prozent der neu hinzugebauten Leistung. Nach Schätzungen der AGEE-Stat sind derzeit etwa 4,2 Mio. Balkonsolaranlagen mit einer Leistung von etwa 3.700 MW installiert. Dies entspricht etwa 3% der gesamten installierten PV-Leistung.<br>
Um die Klimaschutzziele der Bundesrepublik zu erreichen, wurde im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ein PV-Ausbauziel von 215 GW im Jahr 2030 formuliert und mit einem gesetzlichen Ausbaupfad hinterlegt. Das für das Jahr 2026 festgelegte Zwischenziel von 128 GW ist aktuell in Reichweite. In den Folgejahren bis 2030 bleibt allerdings ein weiterer Zubau von jährlich etwa 20 GW notwendig.<br>
Mehr siehe [[Photovoltaik]]


==== Windenergie ====  
==== Windenergie ====  
Die Windenergie war auch im Jahr 2024 der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Durch Windenergieanlagen an Land und auf See wurde im Jahr 2024 eine Strommenge von 138,9 TWh erzeugt – dies entspricht einem leichten Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (141,8 TWh). <br>
Die Windenergie war auch im Jahr 2025 der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Durch Windenergieanlagen an Land und auf See wurde eine Strommenge von 133,7 TWh erzeugt. Dies entspricht einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr (139,8 TWh).
Diese Entwicklung kann im Jahr 2024 vor allem auf veränderte Windverhältnisse zurückgeführt werden. So wurden im Jahr 2024 über dem Festland niedrigere mittlere Windgeschwindigkeiten als im windstarken Vorjahr registriert. Im Vergleich zum Jahr 2023 ist deshalb ein Rückgang von Strom aus Windenergieanlagen an Land zu beobachten: Mit 112,8 TWh wurden 4 Prozent weniger Strom erzeugt als im Jahr 2023 (117,9 TWh). <br> Mehr siehe [[Windenergie]]
Dieser Rückgang kann auf vergleichsweise ungünstige Windverhältnisse zurückgeführt werden, die durch den wieder anziehenden Zubau neuer Anlagenleistung nicht ausgeglichen werden konnten. So wurden im Jahr 2025 deutlich niedrigere mittlere Windgeschwindigkeiten als im Vorjahr registriert. In der Folge kam es nach dem sehr windstarken Jahr 2023 nun zum zweiten Mal in Folge zu einem Rückgang der Windstromerzeugung. Dabei ging die Erzeugung an Land um sechs Prozent auf 107,2 TWh zurück. Auf See stieg die erzeugte Strommenge dagegen mit einem Plus von 2 Prozent auf 26,5 TWh leicht an.
<br> Mehr siehe [[Windenergie]]


==== Biomasse, Wasserkraft und Geothermie ====  
==== Biomasse, Wasserkraft und Geothermie ====