Fachregel für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen

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Vorlage:Baustelle ZVDH Regeldachneigung (RDN) ist die unterste Dachneigungsgrenze, in Abhängigkeit vom Werkstoff, bei der sich in der Praxis eine Dachdeckung als regensicher erwiesen hat.
Die Regeldachneigungen in Abhängigkeit von den jeweiligen Dachziegel-/Dachsteinformen und Deckungsarten sind in der "Fachregel für Dachdeckung mit Dachziegel und Dachsteinen" vom ZVDH aufgeführt.

Grundregeln

Dachdeckungen müssen regensicher sein. Das wird im Normalfall erreicht, wenn die in den Fachregeln angegebenen werkstoffabhängigen Regeldachneigungen und Werkstoffüberdeckungen eingehalten werden. Bei Unterschreitung der Regeldachneigung müssen zusätzliche Maßnahmen, zB Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen ausgeführt werden.

Durch extreme Witterungseinwirkungen, wie z.B. Treibregen, Flugschnee, Vereisungen und Schneeablagerungen, örtliche Gegebenheiten, klimatische Verhältnisse, steile oder flache Dächer, lange Sparren, Dachverschneidungen etc. kann kurzfristig bzw. vorübergehend Niederschlagsfeuchte unter die Dachdeckung gelangen und zu Durchfeuchtungen der darunter liegenden Räume führen. Derartige Einwirkungen können nur ausgeschlossen werden, wenn zusätzliche Maßnahmen, z. B. Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen ausgeführt werden.

Einflussparameter

Die Regeldachneigung ist abhängig von:

  • Deckstoff: Form, Schnitt, Verfalzung
  • Deckart: Reihe/Verband, Überdeckungen
  • Anforderungen: Lage, Form/Neigung, Dachgliederung, Klima

Erhöhte Anforderungen bedingen den Einbau von Zusatzmaßnahmen unter der Dachdeckung, die entweder die Regensicherheit weitergehend gewährleisten oder im Extremfall eine wasserdichte Konstruktion ergeben. Siehe: Erhöhte Anforderungen

Dachdeckungen mit Dachziegeln

Tabelle 3: Regeldachneigung (RDN) - Dachziegel
Dachziegelart, Merkmale, Beispiele RDN
Dachziegel mit Ringfalz: • Flachdachziegel • Romanische Dachziegel 22°
Dachziegel mit Kopffalz oder Kopfrippe und Fußrippe und Seitenverfalzung:
• Doppelmuldenfalzziegel bei Deckung im Verband
• Doppelmuldenfalzziegel mit besonderen Merkmalen bei Deckung in Reihe
• Glattziegel bei Deckung im Verband
• Reformziegel mit besonderen Merkmalen
• Verschiebeziegel mit besonderen Merkmalen
25°
Dachziegel mit Kopffalz oder Kopfrippe und Fußrippe und Seitenfalz:
• Doppelmuldenfalzziegel • Reformziegel • Glattziegel • Verschiebeziegel
30°
ebene Dachziegel in Doppel- und Kronendeckung: • Biberschwanzziegel
Dachziegel mit seitlich eingreifender Überdeckung: • Strangfalzziegel 35°
Dachziegel mit seitlich übergreifender Überdeckung: • Krempziegel
gewölbte Dachziegel in Aufschnittdeckung: • Hohlpfanne
gewölbte Dachziegel in Vorschnittdeckung: • Hohlpfanne 40°
gewölbte Dachziegel in Einfachdeckung: • Mönch und Nonne
ebene Dachziegel in Einfachdeckung mit Spließen: • Biberschwanzziegel

Anforderungen an die Ausführung von Unterdächern, Unterdeckungen und Unterspannungen für Dachdeckungen mit Dachziegeln

Dachneigung Mindestanforderung Ab einer erhöhten Anforderung mindestens
bei RDN 22° bei RDN 25°
≥ 10°   ≥ 13° 1 Klasse 1 Klasse 1
≥ 14° ≥ 17° Klasse 3 Klasse 2
≥ 18° ≥ 21° Klasse 4 Klasse 3
≥ 22° ≥ 25° Klasse 5 Klasse 4
bei RDN 30°
   ≥ 18° 1 Klasse 2 Klasse 1
≥ 22° Klasse 3 Klasse 2
≥ 26° Klasse 4 Klasse 3
≥ 30° Klasse 5 Klasse 4
bei RDN 35° bei RDN 40°
      ≥ 23° 1, 2       ≥ 28° 1, 3 Klasse 2 Klasse 2
≥ 27° ≥ 32° Klasse 3 Klasse 3
≥ 31° ≥ 36° Klasse 4 Klasse 3
≥ 35° ≥ 40° Klasse 5 Klasse 4
1) bei geringerer Dachneigung sind Maßnahmen zum Erhalt der Traglattung erforderlich, z. B. Traglatten aus feuchteresistenten Materialien, wasserabweisende Abdeckungen der Tragelatten o. a.

2) ... und die Zusatzmaßnahme mit Klasse 1 auszuführen.
3) Unter 23° ist die Zusatzmaßnahme mit Klasse 1 auszuführen.

Erhöhte Anforderungen sind:

• große Sparrenlängen > 10 m gemäß Tabelle 1
• konzentrierter Wasserlauf auf Teilflächen des Daches, z.B. unterhalb von Regenfallrohren, Zusammenführungen von Kehlen o. ä.
• besondere Dachflächen wie geschweifte Gauben, Tonnen- und Kegeldächer
• schneereiche Gebiete (Schneelast ≥ 1,5 kN/m²)
• windreiche Gebiete der Windlastzonen 4 oder Kamm- und Gipfellagen oder Schluchtenbildung

Dachdeckungen mit Dachsteinen

Tabelle 13: RDN von Dachsteindeckungen
Dachsteinart, Merkmal und Deckungsart RDN
Profilierte Dachsteine mit hoch liegender Seitenfalz in Einfachdeckung 22°
Ebene Dachsteine mit tief liegender Seitenfalz in Einfachdeckung 25°
Ebene Dachsteine ohne Falz in Doppel- und Kronendeckung 30°
Ebene Dachsteine ohne Falz in Einfachdeckung mit Spließen 40°

Anforderungen an die Ausführung von Unterdächern, Unterdeckungen und Unterspannungen bei Dachsteindeckungen

Dachneigung Mindestanforderung Ab einer erhöhten Anforderung mindestens
bei RDN 22° bei RDN 25°
≥ 10°   ≥ 13° 1 Klasse 1 Klasse 1
≥ 14° ≥ 17° Klasse 3 Klasse 2
≥ 18° ≥ 21° Klasse 4 Klasse 3
≥ 22° ≥ 25° Klasse 5 Klasse 4
bei RDN 30°
   ≥ 18° 1 Klasse 2 Klasse 1
≥ 22° Klasse 3 Klasse 2
≥ 26° Klasse 4 Klasse 3
≥ 30° Klasse 5 Klasse 4
bei RDN 40°
      ≥ 28° 1, 2 Klasse 2 Klasse 2
≥ 32° Klasse 3 Klasse 3
≥ 36° Klasse 4 Klasse 3
≥ 40° Klasse 5 Klasse 4
1) bei geringerer Dachneigung sind Maßnahmen zum Erhalt der Traglattung erforderlich, z. B. Traglatten aus feuchteresistenten Materialien, wasserabweisende Abdeckungen der Tragelatten o. a.

2) Unter 23° ist die Zusatzmaßnahme mit Klasse 1 auszuführen.

Erhöhte Anforderungen sind:

• große Sparrenlängen > 10 m gemäß Tabelle 1
• konzentrierter Wasserlauf auf Teilflächen des Daches, z.B. unterhalb von Regenfallrohren, Zusammenführungen von Kehlen o. ä.
• besondere Dachflächen wie geschweifte Gauben, Tonnen- und Kegeldächer
• schneereiche Gebiete (Schneelast ≥ 1,5 kN/m²)
• windreiche Gebiete der Windlastzonen 4 oder Kamm- und Gipfellagen oder Schluchtenbildung


Bei den hier gemachten Angaben handelt es sich um einen Auszug der Fachregeln

Alle weiteren Hinweise wie Materialbeschaffenheit, Art der Herstellung, Form und Abmessungen auch der Falzausbildungen und den Überdeckungsbereichen
Ausbildung der Unterkonstruktion, Traglattenquerschnitte in Abhängigkeit vom Sparrenabstand,
Beschreibung von Mörtel, Docken, Befestigungsmittel, Windsogsicherung, An- und Abschlüsse, Dacheinbauteile, Dachdurchdringungen, Dachsystemteile etc.
finden Sie in den "Fachregeln für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen" beim ZVDH, zum Download siehe "Quelle".

Quelle

Siehe auch

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