Flachdächer sind Dachkonstruktionen, die keine oder nur eine geringe Dachneigung aufweisen.

Geometrie

 
Neigungsuntergrenzen

Die Empfehlung der Flachdachrichtlinien (FDR) verweist auf eine mindestens Dachneigung von 2 % (1,1°), besser 5 % (2,9°). Dachneigungen unter 2 % werden demnach als Sonderkonstruktionen behandelt.
Empfehlenswert sind Neigungen von min. 5° (9 %).
Grund sind die häufig, nach einiger Zeit auftretenden Wellen in der Abdichtungsebene. Bei geringerer Neigung verursachen diese die Pfützenbildung. Das führt im Sommer zu erheblichen Temperaturspannungen (heiße trockene Fläche neben kühlerer Nassfläche) und im Winter zur Eisbildung. Beides kann die Lebensdauer der Abdichtungsbahn erheblich beeinträchtigen.

Neigungsobergrenze

Auch hierzu gibt es verschiedene Auslegungen, bis zu denen noch von Flachdach gesprochen wird:

Dachneigungsgruppe I: bis 3° (5 %)
Dachneigungsgruppe II: > 3° (5 %) bis 5° (9 %)

Die Dachneigungsgruppe beeinflusst Art und Ausführung der Dachabdichtung.

Arten

Gemäß der Flachdachrichtlinien werden nach ihrem konstruktiven Aufbau unterschieden in:

Nutzung

Bei der Nutzung wird unterschieden in:

  • Nicht genutzte Flachdächer. Sie werden nur zur Wartung betreten.
  • Genutzte Flachdächer
- begehbar: Für den zeitweiligen Aufenthalt von Menschen geeignet (Dachterrasse)
- befahrbar: Für das Befahren mit PKW bzw. LKW geeignet (Parkdeck)
- Begrünte Flachdächer
- extensive Begrünung für anspruchslosen, niedrigen und pflegearmen Bewuchs
- intensive Begrünung für anspruchsvollen Bewuchs, und zwar unterschiedlich nach Höhe und Pflegeaufwand.

Für die Ausführung nicht genutzter Flachdächer gilt die DIN 18531 "Dachabdichtungen". Für die Ausführung genutzter und begrünter Flachdächer gilt die DIN 18195 "Bauwerksabdichtungen, Teil 5" .

Nach den Flachdachrichtlinien sollen bei nicht genutzten Flachdächern Polystyrol-Hartschaumplatten Anwendungstyp WD (druckbelastbar) und bei genutzten und begrünten Dächern Anwendungstyp WS (mit erhöhter Belastbarkeit) eingesetzt werden.

Die meisten Flachdachkonstruktionen in Holzbauweise sind nicht genutzte Dachflächen, d.h., sie sind nicht für den dauernden Aufenthalt von Personen oder die Nutzung durch Verkehr ausgelegt. Dächer mit extensiver Begrünung zählen ebenfalls zu den nicht genutzten Dachflächen. Bei genutzten Dachflächen handelt es sich z.B. um genutzte Dachterrassen oder für den Holzbau weniger relevante Deckenflächen von Parkhäusern und Dachflächen mit intensiver Begrünung. [1]

Dämmlage

Nach der Lage der Dämmschicht wird das einschalige, unbelüftete Flachdach wie folgt eingeteilt:

  • Konventionelles Warmdach
  • Umkehrdach (UK-Dach)

Beide Dachtypen können sowohl als nicht genutzte als auch als genutzte Flachdächer ausgeführt werden.

Physik

Sie werden auf Grund der u.a. erhöhten Feuchtigkeits-Beanspruchung gegenüber dem Einwirken von Niederschlägen von außen mit einer diffusionshemmenden oder diffusionsdichten Schicht abgedichtet.

Konstruktionen

weitere Dachformen

Einzelnachweis

  1. INFORMATIONSDIENST HOLZ, spezial, Flachdächer in Holzbauweise, Oktober 2008, S. 4

Siehe auch

www.baunetzwissen.de/standardartikel/Flachdach_Flachdachtypen-und-Begriffsbestimmungen_155957.html