Luftdichtheitsprüfung

Die Überprüfung der Ausführungen ist bei anderen Gewerken schon lange ein Teil des Herstellungsprozesses. So ist es unvorstellbar, dass ein Sanitär-/ Heizungsinstallateur Rohrverbindungen von Wasser- oder Gasleitungen nicht überprüft, bevor diese in Betrieb genommen werden. Die Erfahrung lehrt, dass es ohne Überprüfung zu erheblichen Schäden kommen kann, da diese Verbindungen z.T. nach dem Einputzen weder einsehbar noch zugänglich sind. Sanierungskosten von Bauschäden, die durch eine mangelhafte Luftdichtung hervorgerufen werden, liegen im Regelfall um den Faktor 10 bis 100 über den Erstellungskosten des Bauteils.

Prüfung durch „Mini-Vakuum“

Also empfiehlt es sich, die Qualität der Ausführungen zu überprüfen, damit ausgeschlossen werden kann, dass ein verdeckter Mangel vorhanden ist. Dieser kann die Gesundheit der Hausbewohner durch Schimmelbildung und auch die statische Tragfähigkeit des Gebäudes gefährden. Die Überprüfung erfolgt mit dem Differenzdruckverfahren, bei dem mit einem Ventilator, der in eine Tür oder einem Fenster eingebaut ist, im Gebäude ein Unterdruck - ein „Mini-Vakuum“ - von 50 Pascal erzeugt wird. Durch die Undichtheiten der Luftdichtungsschicht strömt dabei Luft nach innen. Diese Luftströmung ist mit dem Handrücken deutlich wahrnehmbar oder kann z.B. mit Strömungsprüfern (z.B. Rauchröhrchen) sichtbar gemacht werden.

Auch wenn die Prüfung der Luftdichtheit nicht bei jedem Bauvorhaben vom Bauablauf möglich ist, so führen bereits einige Prüfungen durch den Schulungseffekt zur signifikanten Erhöhung der Ausführungssicherheit. Dies schafft Vertrauen beim Auftraggeber und sichert den Marktvorteil.

Zeitpunkt der Prüfung

Am Besten wird die Prüfung durchgeführt,

  • nachdem Fenster, Türen verbaut und andere große Öffnungen der Gebäudehülle geschlossen wurden und
  • bevor die Innenbekleidung erstellt ist. Auf diese Weise können Undichtheiten noch während der Prüfung nachgearbeitet werden.

Abnahme

Mit dem WINCON Prüfprotokoll, das dem Autraggeber zur VOB-gerechten Abnahme der Luftdichtungsebene überlassen wird, wird die Mängelfreiheit erbrachter Leistung dokumentiert.

Dafür stehen das pro clima WINCON Prüfgerät und die Blower Door zur Verfügung:

Verfahren

pro clima WINCON

 
Qualitätssicherung mit dem pro clima WINCON Prüfgerät

Der pro clima WINCON ist ein reines Prüfgerät mit einer außerordentlich hohen Ventilatorleistung (9.800 m³/h bei 50 Pascal Druckdifferenz). Es wird keine gutachterliche Aussage über die Luftdichtheit der Gebäudehülle getroffen, sondern nur die Bauteile auf Dichtheit geprüft, die erstellt wurden, ähnlich wie im Sanitär- und Heizungsgewerk, die Dichtheit der Rohre geprüft wird.

Die Prüfung der Luftdichtheit ist bei Zwischensparrendämmungen, nicht jedoch bei Aufdachdämmung möglich.

Das pro clima WINCON Prüfgerät ist einzeln oder im Prüfpaket erhältlich.

Blower Door

 
Qualitätssicherung mit der Blower Door

Eine Messung der Luftdichtheit der Gebäudehülle mit der Blower Door erfolgt, nachdem das Gebäude mit allen Luftdichtungsebenen fertiggestellt ist. Das Prinzip ist das gleiche wie zuvor beschrieben, nur dass neben der Druckdifferenz von 50 Pascal auch die Luftmenge bestimmt wird, die der Ventilator dabei nach außen transportiert. Bei großen Undichtheiten muss mehr Luft aus dem Gebäude heraus geführt werden, um trotz der nachströmenden Luft die Druckdifferenz von 50 Pascal zu erreichen, bei geringeren Undichtheiten entsprechend weniger.

Luftwechselrate

Teilt man den Volumenstrom des Ventilators durch das Netto-Luftvolumen des Bauteils, so erhält man den n50-Wert.

Der n50-Wert von jedem Gebäude muss gemäß verschiedener Verordnungen und Normen (z.B. EnEV, DIN 4108-7) unter 3 (Luftwechseln pro h) liegen, bei geregelter Be- und Entlüftung unter 1,5. Bei Passivhäusern strebt man einen n50-Wert von < 0,6 an (Empfehlung des Passivhaus Institutes, Darmstadt).

  • n50-Wert = Luftvolumenstrom des Ventilators / Nettoluftvolumen des Gebäudes


Eine Blower Door verfügt im Vergleich zum WINCON Prüfgerät über eine geringere Ventilatorleistung.