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===Ein pragmatischer Weg: Vereinfachte Modelle, klare Eingabedaten=== | ===Ein pragmatischer Weg: Vereinfachte Modelle, klare Eingabedaten=== | ||
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| [[Bild:Bauphys_passipedia_vgl_dyn_stat.png|thumb|300px|'''Abb. 2''': Vergleich von Berechnungen mit dynamischer Simulation (DYNBIL) und Berechnungen mit dem PHPP (Monatsverfahren | | [[Bild:Bauphys_passipedia_vgl_dyn_stat.png|thumb|300px|'''Abb. 2''': Vergleich von Berechnungen mit dynamischer Simulation (DYNBIL) und Berechnungen mit dem PHPP (Monatsverfahren EN 832 und Jahresverfahren / diese ursprünglich Europäische Norm ist inzwischen in der internationalen Norm [[ISO 13790]] aufgegangen, die Inhalte sind in den relevanten Fragen unverändert).<br /> | ||
Die Übereinstimmung der vereinfachten stationären Rechenmethode mit der dynamischen Simulation ist sehr gut - beim Vergleich muss sorgfältig auf identische Daten bei allen Verfahren geachtet werden.]] | Die Übereinstimmung der vereinfachten stationären Rechenmethode mit der dynamischen Simulation ist sehr gut - beim Vergleich muss sorgfältig auf identische Daten bei allen Verfahren geachtet werden.]] | ||
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Die Mittelwerte werden mit dem PHPP sehr genau getroffen.]] | Die Mittelwerte werden mit dem PHPP sehr genau getroffen.]] | ||
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Das PHPP wurde systematisch durch Abgleich der Ausnutzungsgradfunktion auf die Ergebnisse instationärer Simulationen entwickelt <ref name="AkkP 13" /> . Verwendet wurden dabei ausschließlich solche Simulationsmodelle, die zuvor an Messungen in gebauten Passivhäusern validiert worden sind (vgl. Abb. 1). Der Abgleich wurde für den Standard von Passivhäusern vorgenommen - also für Objekte, die einen sehr geringen Heizwärmebedarf haben. An dieser Stelle weicht die Berechnung nach dem PHPP auch ein wenig von der internationalen Norm [[ISO 13790]] ab. Die Abweichung ist allerdings für gewöhnliche Gebäude nicht bedeutend. Erst bei Objekten mit extrem langen Zeitkonstanten wirkt sie sich aus. Die | Das PHPP wurde systematisch durch Abgleich der Ausnutzungsgradfunktion auf die Ergebnisse instationärer Simulationen entwickelt <ref name="AkkP 13" /> . Verwendet wurden dabei ausschließlich solche Simulationsmodelle, die zuvor an Messungen in gebauten Passivhäusern validiert worden sind (vgl. Abb. 1). Der Abgleich wurde für den Standard von Passivhäusern vorgenommen - also für Objekte, die einen sehr geringen Heizwärmebedarf haben. An dieser Stelle weicht die Berechnung nach dem PHPP auch ein wenig von der internationalen Norm [[ISO 13790]] ab. Die Abweichung ist allerdings für gewöhnliche Gebäude nicht bedeutend. Erst bei Objekten mit extrem langen Zeitkonstanten wirkt sie sich aus. Die EN 832 ([[ISO 13790]]) ist dann zu optimistisch. | ||
Die Ergebnisse des PHPP wurden in der Folge außerdem immer wieder mit Messwerten aus hinreichend großen Stichproben gebauter Passivhäuser verglichen (vgl. Abb. 3). Dieser Vergleich zeigt regelmäßig eine sehr gute Korrelation. | Die Ergebnisse des PHPP wurden in der Folge außerdem immer wieder mit Messwerten aus hinreichend großen Stichproben gebauter Passivhäuser verglichen (vgl. Abb. 3). Dieser Vergleich zeigt regelmäßig eine sehr gute Korrelation. | ||
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* Für die Solargewinne sind realistische Verschattungsfaktoren und Ansätze für die immer vorhandene Verschmutzung zu berücksichtigen. | * Für die Solargewinne sind realistische Verschattungsfaktoren und Ansätze für die immer vorhandene Verschmutzung zu berücksichtigen. | ||
* Die pauschalen Temperaturkorrekturfaktoren werden oft für gut gedämmte Gebäude zu niedrig angesetzt. Z.B. für Dachgeschossdecken liegen realistische Werte nicht bei 0.8, sondern bei 1.0. | * Die pauschalen Temperaturkorrekturfaktoren werden oft für gut gedämmte Gebäude zu niedrig angesetzt. Z.B. für Dachgeschossdecken liegen realistische Werte nicht bei 0.8, sondern bei 1.0. | ||
* Der Ansatz für eine „zusätzliche Luftwechselrate infolge Undichtheiten und Fensteröffnen“ beträgt bei der EnEV pauschal 0.15 h-1 bei Abluftanlagen und 0.2 h-1 für balancierte Anlagen mit Wärmerückgewinnung - jeweils viel zu hohe Werte. Korrekt muss, wie im PHPP und in | * Der Ansatz für eine „zusätzliche Luftwechselrate infolge Undichtheiten und Fensteröffnen“ beträgt bei der EnEV pauschal 0.15 h-1 bei Abluftanlagen und 0.2 h-1 für balancierte Anlagen mit Wärmerückgewinnung - jeweils viel zu hohe Werte. Korrekt muss, wie im PHPP und in DIN EN ISO 832, von der erreichten [[Luftdichtheit]], d.h. dem gemessenen [[n50-Wert]] ausgegangen werden. | ||
Diese und weitere Punkte führen zu Unterschieden bei den Berechnungen, die für energieeffiziente Gebäude relevant sind. | Diese und weitere Punkte führen zu Unterschieden bei den Berechnungen, die für energieeffiziente Gebäude relevant sind. | ||