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<span style="font-size:140%;> '''Unterdeck- und Unterspannbahnen''' </span> | <span style="font-size:140%;> '''Unterdeck- und Unterspannbahnen''' </span> | ||
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''Studie von [[MOLL bauökologische Produkte GmbH - pro clima|MOLL bauökologische Produkte GmbH]] initiiert'': | ''Studie von [[MOLL bauökologische Produkte GmbH - pro clima|MOLL bauökologische Produkte GmbH]] initiiert'': | ||
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| valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 04 regensichernde Zusatzmaßnahme.jpg|center|300px|]] | | valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 04 regensichernde Zusatzmaßnahme.jpg|center|300px|]] | ||
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| style="border-bottom:solid; border-width:1px; border-color:#aaaaaa;"| Abb. 4: Regensichernde Zusatzmaßnahme (hier verklebte Unterdeckbahn mit Nageldichtband) <br | | style="border-bottom:solid; border-width:1px; border-color:#aaaaaa;"| Abb. 4: Regensichernde Zusatzmaßnahme (hier verklebte Unterdeckbahn mit Nageldichtband) <br> <br> | ||
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| '''Obligatorische Maßnahmen beim Einsatz von Unterdeckbahnen als Behelfsdeckung''' | | '''Obligatorische Maßnahmen beim Einsatz von Unterdeckbahnen als Behelfsdeckung''' | ||
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| valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 08 erhöhte anforderungen.jpg|center|300px|]] | | valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 08 erhöhte anforderungen.jpg|center|300px|]] | ||
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| style="border-bottom:solid; border-width:1px; border-color:#aaaaaa;"| Abb. 8: Weitere erhöhte Anforderungen z. B. aufgrund von konzentriertem Wasserlauf etc. beeinflussen die erforderliche Klasse der regensichernden Zusatzmaßnahme <br | | style="border-bottom:solid; border-width:1px; border-color:#aaaaaa;"| Abb. 8: Weitere erhöhte Anforderungen z. B. aufgrund von konzentriertem Wasserlauf etc. beeinflussen die erforderliche Klasse der regensichernden Zusatzmaßnahme <br> <br> | ||
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| style="font-size:90%;" | [[Bild:Pc_00_WISSEN_zvdh-broschuere.png|right|top| 100px|verweis=https://proclima.de/zvdh-broschuere]] Abb. 9: <br /> pro clima Broschüre <br /> [https://proclima.de/zvdh-broschuere »Regensichernde Zusatzmaßnahmen mit pro clima Bahnen nach ZVDH« (''Download'')] | | style="font-size:90%;" | [[Bild:Pc_00_WISSEN_zvdh-broschuere.png|right|top| 100px|verweis=https://proclima.de/zvdh-broschuere]] Abb. 9: <br /> pro clima Broschüre <br /> [https://proclima.de/zvdh-broschuere »Regensichernde Zusatzmaßnahmen mit pro clima Bahnen nach ZVDH« (''Download'')] | ||
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Bei den mikroperforierten Bahnen handelt es sich um eine relativ alte Technologie, welche bereits in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Dachbereich eingesetzt wurde und heutzutage kaum mehr verbreitet ist. Die Bahnen, in der Regel aus [[PE]]-Kunststoff, werden in der Produktion mit Nadelwalzen gelöchert, also perforiert. Die »Löcher« sind bei Gegenlicht mit bloßem Auge erkennbar. Diese Mikroporen weisen eine Form und Größe auf, die verhindert dass Flüssigwasser aufgrund der Tropfenform, die dieses wegen der Oberflächenspannung von Wasser ausbildet, hindurchdringt. <br /> | Bei den mikroperforierten Bahnen handelt es sich um eine relativ alte Technologie, welche bereits in den 80iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Dachbereich eingesetzt wurde und heutzutage kaum mehr verbreitet ist. Die Bahnen, in der Regel aus [[PE]]-Kunststoff, werden in der Produktion mit Nadelwalzen gelöchert, also perforiert. Die »Löcher« sind bei Gegenlicht mit bloßem Auge erkennbar. Diese Mikroporen weisen eine Form und Größe auf, die verhindert dass Flüssigwasser aufgrund der Tropfenform, die dieses wegen der Oberflächenspannung von Wasser ausbildet, hindurchdringt. <br /> | ||
Da die Poren eingestochen werden, haben diese einen trichterförmigen Längsschnitt. Am spitz zulaufenden Ende des Trichters, sind die Perforationen dann gegenüber Wassertropfen relativ dicht. Sie sind dort jedoch so groß, dass Wasserdampfmoleküle die Bahn passieren können. Damit sollen die Bahnen gegenüber flüssigem Wasser ausreichend undurchlässig und gleichzeitig offen für Wasserdampfdurchgang sein. Sehr niedrige Diffusionswiderstände werden mit dieser Technologie in der Regel jedoch nicht erreicht. So sind beispielsweise [[sd-Wert|s<sub>d</sub>-Werte]] von ca. 3 m, was per Definition eigentlich sogar als [[ | Da die Poren eingestochen werden, haben diese einen trichterförmigen Längsschnitt. Am spitz zulaufenden Ende des Trichters, sind die Perforationen dann gegenüber Wassertropfen relativ dicht. Sie sind dort jedoch so groß, dass Wasserdampfmoleküle die Bahn passieren können. Damit sollen die Bahnen gegenüber flüssigem Wasser ausreichend undurchlässig und gleichzeitig offen für Wasserdampfdurchgang sein. Sehr niedrige Diffusionswiderstände werden mit dieser Technologie in der Regel jedoch nicht erreicht. So sind beispielsweise [[sd-Wert|s<sub>d</sub>-Werte]] von ca. 3 m, was per Definition eigentlich sogar als [[Diffusion|dampfbremsend]] gilt, üblich bei entsprechenden Bahnen. <br /> | ||
Ein weiterer Nachteil dieser Technologie ist der »Zelteffekt«, der in Verbindung mit den jeweiligen Bahnen auftreten kann. Hierbei wird Wasser durch die Perforationen eingezogen, wenn rückseitig ein saugfähiges Material, beispielsweise faserförmiger Gefachdämmstoff, direkt anliegt. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem Phänomen, das auftritt wenn Personen, Kleidung oder ähnliches direkt innen an Leinwandzeltwänden anliegen und an den Berührungspunkten nass werden. | Ein weiterer Nachteil dieser Technologie ist der »Zelteffekt«, der in Verbindung mit den jeweiligen Bahnen auftreten kann. Hierbei wird Wasser durch die Perforationen eingezogen, wenn rückseitig ein saugfähiges Material, beispielsweise faserförmiger Gefachdämmstoff, direkt anliegt. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem Phänomen, das auftritt wenn Personen, Kleidung oder ähnliches direkt innen an Leinwandzeltwänden anliegen und an den Berührungspunkten nass werden. | ||
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=== Allgemeines === | === Allgemeines === | ||
{| align="right" width="280px" style="border-style:solid; border-width:1px; margin: 0px 0px 0px 15px;" class="rahmenfarbe1" | {| align="right" width="280px" style="border-style:solid; border-width:1px; margin: 0px 0px 0px 15px;" class="rahmenfarbe1" | ||
| style="font-size:90%;" | [[Bild: | | style="font-size:90%;" | [[Bild:100 Jahre Klebkraft doc.png|right|top| 100px|verweis=100 Jahre Klebkraft]] Abb. 40: Die Alterungsbeständigkeit von Luftdichtheitsklebemitteln kann über DIN 4108-11 geprüft werden. Die künstliche Alterung von 120 Tagen entspricht in etwa 17 Jahren. Für pro clima Klebetechnik wurde die Alterung auf 700 Tage (entspricht 100 Jahre) verlängert. <br> [https://de.proclima.com/media-download/188/pro_clima_100_Jahre_Klebkraft_bestaetigt.pdf Download PDF: »100 Jahre Klebkraft«] | ||
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| valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 41 wasserfestigkeit klebeband.jpg|center|280px|]] | | valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 41 wasserfestigkeit klebeband.jpg|center|280px|]] | ||
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=== Nageldichtung === | === Nageldichtung === | ||
{| align="right" width="280px" style="border-style:solid; border-width:1px; margin: 0px 0px 0px 15px;" class="rahmenfarbe1" | {| align="right" width="280px" style="border-style:solid; border-width:1px; margin: 0px 0px 0px 15px;" class="rahmenfarbe1" | ||
| valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 44 nageldichtung schaum butyl. | | valign="top" | [[Bild:BPhys GD 4ADS 44 nageldichtung schaum butyl.png|center|280px|]] | ||
|- style="font-size:90%;" | |- style="font-size:90%;" | ||
| Abb. 44: Links: Nageldichtungen auf Schaumbasis dichten nur auf dem Vlies ab – Wasser im oberen wasserführenden Vlies kann durch die Durchdringung der Membran eindringen. Rechts: Nageldichtung auf Butylbasis dichtet in der Ebene der Membran ab und verhindert Wassereintritt. | | Abb. 44: Links: Nageldichtungen auf Schaumbasis dichten nur auf dem Vlies ab – Wasser im oberen wasserführenden Vlies kann durch die Durchdringung der Membran eindringen. Rechts: Nageldichtung auf Butylbasis dichtet in der Ebene der Membran ab und verhindert Wassereintritt. | ||
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Die ebenfalls getesteten [[SOLITEX Linie|SOLITEX-Unterdeckbahnen]] wiesen dagegen am Ende der Testdauer nach mehr als 11 Jahren noch immer sehr hohe Wasserdichtigkeiten und Zugfestigkeiten auf und können damit langfristig die darunter angeordneten Bauteile schützen. | Die ebenfalls getesteten [[SOLITEX Linie|SOLITEX-Unterdeckbahnen]] wiesen dagegen am Ende der Testdauer nach mehr als 11 Jahren noch immer sehr hohe Wasserdichtigkeiten und Zugfestigkeiten auf und können damit langfristig die darunter angeordneten Bauteile schützen. | ||
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<ref name="Qu_23"> Satas; Handbook of Pressure Sensitive Adhevise Technology; Springer, 01/1989 </ref> | <ref name="Qu_23"> Satas; Handbook of Pressure Sensitive Adhevise Technology; Springer, 01/1989 </ref> | ||
</references> | </references> | ||
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Stand: 05-2025 | |||
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