Erneuerbare Energien: Unterschied zwischen den Versionen
| (36 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 7: | Zeile 7: | ||
* und Umwelt-/Umgebungswärme: [[Wärmepumpe]]n | * und Umwelt-/Umgebungswärme: [[Wärmepumpe]]n | ||
== | == Die wichtigste Stromquelle für Deutschland == | ||
{|align="right" | {|align="right" | ||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie Bruttostromverbrauch. | |valign="top"|[[Bild:Umwelt energie Bruttostromverbrauch.jpg|thumb|500px| Bruttostromverbrauch 2025 <br /> Quelle: [[BMWE]] - (C) [[UBA]] ([[AGEE-Stat]]) 02/2026]] | ||
|} | |} | ||
'''Erneuerbare Energien sind mittlerweile die wichtigste Stromquelle für Deutschland. Sie sind von zentraler Bedeutung für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.''' <br> | '''Erneuerbare Energien sind mittlerweile die wichtigste Stromquelle für Deutschland. <br> Sie sind von zentraler Bedeutung für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.''' <br> | ||
Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr sauberer und klimafreundlicher. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf | Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr sauberer und klimafreundlicher. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf mehr als 55 Prozent im Jahr 2025. Das zeigen die aktualisierten [https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/Energie/zeitreihen-zur-entwicklung-der-erneuerbaren-energien-in-deutschland-1990-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=1 Daten (PDF)] der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik ([[AGEE-Stat]]) beim [[Umweltbundesamt]]. | ||
Seit dem Jahr 2023 wird stabil mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt – im Wesentlichen durch Wind- und Sonnenenergie. Dabei sorgt ein stärkerer Zubau an [[Photovoltaik]]- und [[Windenergie]]anlagen sorgt für einen kräftigen Anstieg an grünem Strom. | |||
Gleichzeitig ist die Versorgungssicherheit weiterhin sehr hoch – wichtig für Haushalte und Unternehmen. Wie zuverlässig die Stromversorgung ist, zeigen regelmäßig die [https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/Versorgungsunterbrechungen/Auswertung_Strom/start.html Daten] der Bundesnetzagentur. | Gleichzeitig ist die Versorgungssicherheit weiterhin sehr hoch – wichtig für Haushalte und Unternehmen. Wie zuverlässig die Stromversorgung ist, zeigen regelmäßig die [https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/Versorgungsunterbrechungen/Auswertung_Strom/start.html Daten] der Bundesnetzagentur. | ||
Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. Nach der Vollendung des Kohleausstiegs soll die Stromversorgung treibhausgasneutral sein. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz ([[EEG]]) vor, das so zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beiträgt. | Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. (BMWE 2025: Nach der Vollendung des Kohleausstiegs soll die Stromversorgung treibhausgasneutral sein. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz ([[EEG]]) vor, das so zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beiträgt.) | ||
Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle, insbesondere dank der ständig steigenden Nutzung von [[Wärmepumpe]]n. Im Jahr | Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle, insbesondere dank der ständig steigenden Nutzung von [[Wärmepumpe]]n. Im Jahr 2025 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte etwa 19,0 Prozent und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Verkehr tragen [[Biokraftstoff]]e und Elektromobilität zunehmend zur Dekarbonisierung bei, auch wenn im Verkehr der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch mit lediglich 8,0 Prozent am geringsten ist. | ||
< | <div style="clear: both;"></div> | ||
=== Mehr Solarstrom im Jahr | === Mehr Solarstrom im Jahr 2025: Erneuerbare Energien decken bereits 55,1 Prozent des Stromverbrauchs === | ||
{|align="right" | {|align="right" | ||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung entwicklung.png|thumb|600px| Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - | |valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung entwicklung.png|thumb|600px| Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - [https://www.umweltbundesamt.de/publikationen?keys=erneuerbare+Energien&topics=All&series=All&Availability=All&field_target_groups=All&language=All&sort_bef_combine=date_DESCDownload Broschüre] ]] | ||
|- | |- | ||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung anteile.png|thumb|600px| Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien - Anteile <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | |valign="top"|[[Bild:Umwelt energie stromerzeugung anteile.png|thumb|600px| Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien - Anteile <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | ||
|} | |} | ||
Mit | Mit rund 290,2 Terawattstunden (TWh) wurde im Jahr 2025 erneut etwas mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als im Vorjahr. Ein starker Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen glich dabei witterungsbedingte Rückgänge bei Windenergie und Wasserkraft aus. | ||
Während die erneuerbare Strommenge leicht anstieg (plus 1 Prozent), war der Stromverbrauch leicht rückläufig. Die fossile Stromerzeugung wuchs minimal, während gleichzeitig Stromimporte zurückgingen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 2025 lag bei 55,1 Prozent und somit knapp über dem Vorjahreswert von 54,4 Prozent. | |||
Wind und | Wind- und Solarenergie stellten auch 2025 den mit Abstand größten Teil der erneuerbaren Stromerzeugung. Gemeinsam entfielen auf beide Technologien mehr als drei Viertel (78 Prozent) des erneuerbaren Stroms. Die übrigen etwa 22 Prozent wurden durch Biomasse, Wasserkraft und Geothermie bereitgestellt. | ||
Insgesamt wurden durch Windenergie rund 133,7 TWh Strom erzeugt. Die Windenergie bleibt damit weiterhin der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Die Erzeugung aus Windkraft ging allerdings auf Grund ungünstiger Witterung bereits im zweiten Jahr in Folge zurück (minus 4 Prozent). | |||
Dem gegenüber stieg durch den anhaltenden Zubau neuer PV-Anlagen und aufgrund des sonnigen Wetters die Solarstromerzeugung im Jahr 2025 um deutliche 21 Prozent an. Mit 91,6 TWh ist die Photovoltaik nun vor Erdgas und Braunkohle der zweitwichtigste Energieträger zur Stromerzeugung. | |||
Aufgrund | Aufgrund eines außergewöhnlich trockenen Jahres lag die Stromerzeugung aus Wasserkraft hingegen erheblich unter dem Vorjahreswert. Die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Abfall blieb ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau. | ||
==== Photovoltaik ==== | ==== Photovoltaik ==== | ||
Die Stromerzeugung aus PV-Anlagen stieg im Jahr | Die Stromerzeugung aus PV-Anlagen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf nunmehr 91,6 TWh an (2024: 75,9 TWh). Dieser Wert enthält neben der ins Netz eingespeisten Strommenge auch lokal selbst erzeugten und verbrauchten Strom. Das insgesamt starke Wachstum wurde im Zusammenspiel von günstiger Witterung und vielen neuen PV-Anlagen erreicht. <br> | ||
Ende des Jahres | Ende des Jahres 2025 waren in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit einer Bruttoleistung von insgesamt fast 120.000 MW installiert. Damit wuchs die Gesamtleistung des PV-Anlagenparks im letzten Jahr um etwa 17.600 MW oder 17 Prozent. Der Rekordzubau des Vorjahres konnte damit nicht ganz erreicht werden. Insgesamt hat sich die installierte Leistung in den letzten vier Jahren aber nahezu verdoppelt. | ||
Nach ersten Angaben der Bundesnetzagentur wurden vom Gesamtzubau 2025 46 Prozent (ca. 8.100 MW) als Gebäudesolaranlagen (auf Dächern oder als Fassadenanlagen) installiert. Freiflächenanlagen machten gut 47 Prozent des Zubaus aus (ca. 8.300 MW).<br> | |||
Nachdem in den Vorjahren die Gebäudeanlagen dominierten, ist damit im Jahr 2025 eine etwa hälftige Aufteilung zu verzeichnen.<br> | |||
Zusätzlich wird von einer Installation von weiteren etwa 1,3 Mio. sogenannten Balkonsolaranlagen im Jahr 2025 ausgegangen. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Größe entspricht diese hohe Anlagenzahl allerdings nur einem Leistungszubau von etwa 1.250 MW beziehungsweise etwa 7 Prozent der neu hinzugebauten Leistung. Nach Schätzungen der AGEE-Stat sind derzeit etwa 4,2 Mio. Balkonsolaranlagen mit einer Leistung von etwa 3.700 MW installiert. Dies entspricht etwa 3% der gesamten installierten PV-Leistung.<br> | |||
Um die Klimaschutzziele der Bundesrepublik zu erreichen, wurde im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ein PV-Ausbauziel von 215 GW im Jahr 2030 formuliert und mit einem gesetzlichen Ausbaupfad hinterlegt. Das für das Jahr 2026 festgelegte Zwischenziel von 128 GW ist aktuell in Reichweite. In den Folgejahren bis 2030 bleibt allerdings ein weiterer Zubau von jährlich etwa 20 GW notwendig.<br> | |||
Mehr siehe [[Photovoltaik]] | |||
==== Windenergie ==== | ==== Windenergie ==== | ||
Die Windenergie war auch im Jahr | Die Windenergie war auch im Jahr 2025 der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Durch Windenergieanlagen an Land und auf See wurde eine Strommenge von 133,7 TWh erzeugt. Dies entspricht einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr (139,8 TWh). | ||
Dieser Rückgang kann auf vergleichsweise ungünstige Windverhältnisse zurückgeführt werden, die durch den wieder anziehenden Zubau neuer Anlagenleistung nicht ausgeglichen werden konnten. So wurden im Jahr 2025 deutlich niedrigere mittlere Windgeschwindigkeiten als im Vorjahr registriert. In der Folge kam es nach dem sehr windstarken Jahr 2023 nun zum zweiten Mal in Folge zu einem Rückgang der Windstromerzeugung. Dabei ging die Erzeugung an Land um sechs Prozent auf 107,2 TWh zurück. Auf See stieg die erzeugte Strommenge dagegen mit einem Plus von 2 Prozent auf 26,5 TWh leicht an. | |||
<br> Mehr siehe [[Windenergie]] | |||
==== Biomasse, Wasserkraft und Geothermie ==== | ==== Biomasse, Wasserkraft und Geothermie ==== | ||
Die Stromerzeugung aus Biomasse, Wasserkraft und Geothermie liegt seit etwa zehn Jahren in Summe bei rund 70 TWh. Im gleichen Zeitraum sank ihr Anteil an der insgesamt erzeugten erneuerbaren Strommenge von knapp 50 Prozent auf nunmehr etwa 25 Prozent. Trotz des sinkenden relativen Anteils kommt insbesondere der Biomasse als witterungsunabhängig und bedarfsgerecht einsetzbarem Energieträger weiterhin eine wichtige Rolle zu. <br> | Die Stromerzeugung aus Biomasse, Wasserkraft und Geothermie liegt seit etwa zehn Jahren in Summe bei rund 70 TWh. Im gleichen Zeitraum sank ihr Anteil an der insgesamt erzeugten erneuerbaren Strommenge von knapp 50 Prozent auf nunmehr etwa 25 Prozent. Trotz des sinkenden relativen Anteils kommt insbesondere der Biomasse als witterungsunabhängig und bedarfsgerecht einsetzbarem Energieträger weiterhin eine wichtige Rolle zu. <br> | ||
Mehr siehe: [[Biomasse]], [[Wasserkraft]], [[Geothermie]] | Mehr siehe: [[Biomasse]], [[Wasserkraft]], [[Geothermie]] | ||
< | <div style="clear: both;"></div> | ||
== Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt leicht an == | == Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt leicht an == | ||
| Zeile 76: | Zeile 82: | ||
Die durchschnittliche Globalstrahlung im Jahr 2023 beeinflusste neben der Stromproduktion aus Photovoltaik auch die solarthermische Wärmeerzeugung. Die Wärmeerzeugung aus Solarthermie lag im Jahr 2024 mit 8,8 TWh etwa 4 Prozent unter dem Wert des Jahres 2023 (9,1 TWh). <br> | Die durchschnittliche Globalstrahlung im Jahr 2023 beeinflusste neben der Stromproduktion aus Photovoltaik auch die solarthermische Wärmeerzeugung. Die Wärmeerzeugung aus Solarthermie lag im Jahr 2024 mit 8,8 TWh etwa 4 Prozent unter dem Wert des Jahres 2023 (9,1 TWh). <br> | ||
Mehr siehe: [[Solarthermie]] | Mehr siehe: [[Solarthermie]] | ||
<div style="clear: both;"></div> | |||
== Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor sinkt == | == Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor sinkt == | ||
| Zeile 86: | Zeile 93: | ||
Positiv entwickelt sich im Bereich des Verkehrs weiterhin der Einsatz von erneuerbarem Strom. So wurde im Jahr 2024 14 Prozent mehr erneuerbarer Strom im Verkehr verwendet als im Vorjahr. Der Einsatz von Biokraftstoffen verringerte sich dagegen im Jahr 2024 um fast 11 Prozent. | Positiv entwickelt sich im Bereich des Verkehrs weiterhin der Einsatz von erneuerbarem Strom. So wurde im Jahr 2024 14 Prozent mehr erneuerbarer Strom im Verkehr verwendet als im Vorjahr. Der Einsatz von Biokraftstoffen verringerte sich dagegen im Jahr 2024 um fast 11 Prozent. | ||
== | === Biokraftstoffe === | ||
Basierend auf einer Hochrechnung bereits vorliegender vorläufiger Monatsdaten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ([[BAFA]]) lag der Gesamtabsatz von Biokraftstoffen im Jahr 2024 deutlich unter dem Niveau des Jahres 2023. Der Absatz von [[Biodiesel]] und hydriertem [[Pflanzenöl]] (HVO) ist nach derzeitigen Erkenntnissen durch den insgesamt weiterhin rückläufigen Dieselverbrauch und insbesondere auch aufgrund neuer Regelungen der 38. BImSchV besonders stark zurückgegangen. Mit 20,4 TWh wurden fast 21 Prozent weniger Biodiesel und HVO abgesetzt als im Vorjahr. Im Jahr 2025 ist allerdings wieder mit einem Anstieg zu rechnen. Der Absatz von [[Bioethanol]] wuchs dagegen um etwa 1,1 Prozent auf etwa 9,2 TWh. Der Einsatz von [[Biomethan]] als Kraftstoff lag insbesondere wegen des deutlich erhöhten biogenen Anteils beim LNG gegenüber 2023 mit 3,1 TWh etwa 75 Prozent über dem Vorjahreswert. Pflanzenöl wurde weiterhin in nur sehr geringem Umfang eingesetzt (etwa 3.000 Tonnen dies entspricht 0,03 TWh). <br> | |||
mehr siehe: [[Biokraftstoff]]e | |||
=== Erneuerbarer Strom im Verkehrssektor === | |||
Neben den Biokraftstoffen trägt besonders der Stromverbrauch für Elektromobilität in Verbindung mit dem hohen Anteil grünen Stroms im deutschen Strommix zur Energiewende im Verkehrssektor bei. Das Wachstum der Nutzung von Strom im Straßenverkehr übertrifft seit einigen Jahren das Wachstum bei den Biokraftstoffen um ein Vielfaches. <br> | |||
Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im Jahr 2024 insgesamt 572.672 (2023: 700.206) Neuwagen mit elektrischem Antrieb (batterieelektrisch, Plug-in-Hybrid, Brennstoffzelle) zugelassen. Dies waren 20,3 (Vorjahr: 24,6) Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Pkw. 13,5 Prozent aller neu zugelassenen PKW wurden rein batterieelektrisch angetrieben. Dies waren mit 380.609 Fahrzeugen deutlich weniger als im Jahr 2023 (524.219). <br> | |||
Der Gesamtstromverbrauch im Straßenverkehr hat sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als 58 Prozent erhöht. Er liegt jedoch mit etwa 5,9 TWh weiterhin deutlich unter dem Verbrauch von Strom im Schienenverkehr (11 TWh). Straßen- und Schienenverkehr sind damit zusammen für rund 3 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs verantwortlich. <br> | |||
Höherer Stromverbrauch bei gleichzeitig steigendem erneuerbaren Anteil am Strommix lassen auch den rechnerisch ermittelten Verbrauch an erneuerbarem Strom im Verkehr deutlich steigen: Im Jahr 2024 wurden etwa 9,2 Mrd. kWh erneuerbarer Strom im Verkehr genutzt. Dies sind etwa 14 Prozent mehr als im Vorjahr (2023: 8,1 Mrd. kWh). <br> | |||
Insgesamt trägt der Verbrauch von Strom aus erneuerbaren Quellen zu etwa 22 Prozent (Vorjahr 18 Prozent) zum Endenergieverbrauch erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bei. Darüber hinaus sorgt die höhere Effizienz von Elektromotoren auch dafür, dass pro eingesetzter Energiemenge eine höhere Verkehrsleistung (beispielsweise in Form von Personenkilometern) erreicht wird. <br> | |||
<div style="clear: both;"></div> | |||
== Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch == | |||
== | |||
{|align="right" | {|align="right" | ||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie | |valign="top"|[[Bild:Umwelt energie bruttoendenergieverbrauch entwicklung.png|thumb|600px|Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch <br /> Quelle: [[AGEE-Stat]] - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | ||
|- | |- | ||
| | |valign="top"|[[Bild:Umwelt energie vermiedene treibhausgas-emissionen.png|thumb|600px|Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch den Einsatz erneuerbarer Energien, 2024 <br /> Quelle: [[UBA]] ([[AGEE-Stat]]) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | ||
|- | |- | ||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie wirtschaftl effekte.png|thumb|600px|Wirtschaftliche Effekte erneuerbarer Energien, 2024 <br /> Quelle: [[ZSW]] ([[AGEE-Stat]]) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | |||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie | |||
|} | |} | ||
Mit den europäischen Richtlinien für erneuerbare Energien (2009/28/EC und 2018/2001/EC) wurden verbindliche Ziele vereinbart: Sollten bis 2020 zunächst EU-weit 20 Prozent des Brutto-Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien erreicht werden, hat die EU im Zuge des klima- und energiepolitischen „Fit for 55 – Pakets“ die Erneuerbaren-Ziele für 2030 mit 42,5 bis 45 Prozent inzwischen deutlich angehoben. Im Rahmen der damit einhergehenden Aktualisierung des integrierten nationalen Energie- und Klimaplans (NECP) hat sich Deutschland zu einem Ziel von 41 Prozent bis zum Jahr 2030 verpflichtet. <br> | |||
Im Rahmen der ersten Erneuerbaren-Richtlinie (RED) war Deutschland verpflichtet, im Jahr 2020 18 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien bereitzustellen. Dieses nationale Ziel wurde mit 19,1 Prozent übertroffen. Um allerdings den neuen Zielwert von 41 Prozent im Jahr 2030 zu erreichen, muss sich das Tempo des Umstiegs auf erneuerbare Energien deutlich erhöhen. Mit dem Jahr 2021 wurde die Berechnungsgrundlage des Anteils zudem an die neuen Vorgaben der zweiten Erneuerbaren-Richtlinie angepasst, so dass die Vergleichbarkeit mit den Werten bis 2020 nur eingeschränkt gegeben ist. <br> | |||
Nach Auswertung der derzeit verfügbaren Daten stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2024 auf 22,4 Prozent. Der Anstieg von 0,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf einen Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen. Die schwache Dynamik im Wärme- und Verkehrssektor bremsten hingegen die positive Entwicklung. | |||
Hinzuweisen ist auf die speziellen Berechnungsvorschriften der RED, die beispielsweise eine Normalisierung von Wind- und Wasserkrafterzeugung vorsehen sowie spezielle Anrechnungsmethoden im Bereich der Biokraftstoffe. Hierdurch unterscheiden sich die nach EU-Richtlinie berechneten Anteilswerte von den in den weiteren Kapiteln dargestellten (nach nationaler Methodik berechneten) Anteilen im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor. <br> | |||
<br> | |||
Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele bei. Indem fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden, sinken die energiebedingten Treibhausgasemissionen aus Kohle, Gas und Öl. <br> | |||
Insgesamt wurden im Jahr 2024 durch den Einsatz erneuerbarer Energien rund 256 Mio. t CO₂-Äquivalente vermieden. Dies ist eine moderate Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (250 Mio. t vermiedene Emissionen), die maßgeblich durch die gestiegene erneuerbaren Stromerzeugung erreicht wurde. Den größten Anteil an der Emissionsvermeidung hatte mit 106 Mio. t CO₂-Äquivalenten die Stromerzeugung aus Windkraft. Insgesamt entfielen auf den stark dominierenden Stromsektor rund 205 Mio. t CO₂-Äquivalente. Im Wärmesektor wurden 41 Mio. t CO₂-Äquivalente und durch Biokraftstoffe im Verkehr etwa 10 Mio. t CO₂-Äquivalente vermieden. <br> | |||
Die Berechnungen zur Emissionsvermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien basieren auf einer ganzheitlichen Betrachtung. Dabei werden die durch die Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien verursachten Emissionen mit denen verrechnet, die durch die Substitution fossiler Energieträger vermieden werden. Vorgelagerte Prozessketten zur Gewinnung und Bereitstellung der Energieträger sowie für die Herstellung und den Betrieb der Anlagen (jedoch ohne Anlagenrückbau) werden dabei berücksichtigt. | |||
Die Publikation „Emissionsbilanz Erneuerbarer Energieträger“ ist auf den Seiten des Umweltbundesamtes verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/emissionsbilanz-erneuerbarer-energietraeger-2023 | |||
<br> | |||
Auch im Jahr 2024 gingen vom Ausbau der erneuerbaren Energien bedeutende wirtschaftliche Impulse aus, obwohl die Investitionen in erneuerbare Energieanlagen den Rekordwert des Jahres 2023 nicht erreichten. Nach vorläufigen Berechnungen beliefen sie sich im Jahr 2024 auf 32,0 Mrd. Euro, was einem Minus von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (38,1 Mrd. Euro) entspricht, aber dennoch den zweithöchsten Wert seit dem Jahr 2000 darstellt. <br> | |||
Lediglich die Investitionen in Windkraft auf See legten im Vergleich zum Vorjahr zu, die übrigen Sparten wiesen rückläufige Investitionen auf. Den stärksten Rückgang verzeichnete der Wärmepumpenmarkt, aber auch der Absatz von Biomasseheizkesseln lag deutlich unter dem des Jahres 2023. Die Investitionen in Photovoltaikanlagen sanken trotz eines gestiegenen Leistungszubaus auf Grund deutlich gesunkener Anlagenpreise. Die in Windkraftanlagen an Land investierte Summe hingegen spiegelt den etwas geringeren Leistungszubau wider. Die Investitionen in Solarthermieanlagen, Wasserkraftanlagen sowie Biomasseanlagen zur Stromerzeugung setzten den schon in den Vorjahren zu beobachtenden rückläufigen Trend fort. <br> | |||
Insgesamt entfielen 48 Prozent der Investitionen auf Photovoltaik (nach 47 Prozent 2023), 28 Prozent auf Windenergieanlagen an Land und auf See (nach 21 Prozent 2023), 17 Prozent auf Geothermie und Umweltwärme (nach 23 Prozent 2023) und 6 Prozent auf Biomasseanlagen zur Nutzung von Wärme (nach 7 Prozent 2023). <br> | |||
Im Gegensatz zur Entwicklung der Investitionen bewegten sich die wirtschaftlichen Impulse aus dem Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien (inklusive Umsätze durch den Absatz von Biokraftstoffen) auf dem Niveau des Vorjahres. Sie lagen mit 23,3 Mrd. Euro ganz leicht über dem Vorjahreswert (23,2 Mrd. Euro). <br> | |||
<div style="clear: both;"></div> | |||
== Grafiken und Tabellen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland == | |||
Stand: Februar 2025 | |||
{|align="right" | {|align="right" | ||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie | |valign="top"|[[Bild:Umwelt energie gemittelte jahrestemperatur.png|thumb|600px|Gemittelte Jahrestemperatur in Deutschland (1990–2024) <br /> Quelle: [[DWD]] ([[AGEE-Stat]]) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | ||
|- | |||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie gemittelte niederschlagsmenge.png|thumb|600px|Gemittelte Niederschlagsmenge in Deutschland (1990–2024) <br /> Quelle: [[DWD]] ([[AGEE-Stat]]) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | |||
|- | |||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie gemittelte globalstrahlung.png|thumb|600px|Gemittelte Globalstrahlung in Deutschland (1990–2024) <br /> Quelle: [[DWD]] ([[AGEE-Stat]]) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | |||
|- | |||
|valign="top"|[[Bild:Umwelt energie gemittelte windgeschwindigkeit.png|thumb|600px|Gemittelte Windgeschwindigkeit in 100 Meter Höhe in Deutschland und Norddeutschland (1990–2024) <br /> Quelle: [[DWD]] ([[AGEE-Stat]]) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI]] | |||
|} | |} | ||
{{{TabH1/2}} Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien | |||
|- class="hintergrundfarbe2" | |||
=== | ! ||colspan="2"| Erneuerbare Energien 2023 ||colspan="2"| Erneuerbare Energien 2024 | ||
|- class="hintergrundfarbe2" | |||
| | ! width="200" | || width="60" | Bruttostromer-zeugung in GWh || width="60" | Anteil am Brutto-stromverbrauch⁴ in % || width="60" | Bruttostromer-zeugung in GWh || width="60" | Anteil am Brutto-stromverbrauch⁴ in % | ||
| | |- align="right" | ||
| align="left" | [[Wasserkraft]]¹ || 19.895 || 3,8 || 22.213 || 4,3 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | [[Windenergie]] an Land || 117.877 || 22,6 || 112.777 || 21,6 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | [[Windenergie]] auf See || 23.887 || 4,6 || 26.082 || 5,0 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | [[Photovoltaik]] || 63.873 || 12.3 || 74.134 || 14,2 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | biogene Festbrennstoffe² || 10.434 || 2,0 || 10.104 || 1,9 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | biogene flüssige Brennstoffe || 110 || 0,02 || 101 || 0,02 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | [[Biogas]] || 28.272 || 5,4 || 28.557 || 5,5 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | [[Biomethan]] || 3.120 || 0,6 || 2.734 || 0,5 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | Klärgas || 1.529 || 0,3 || 1.525 || 0,3 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | Deponiegas || 211 || 0,04 || 179 || 0,03 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | biogener Anteil des Abfalls³ || 5.701 || 1,1 || 5.377 || 1,0 | |||
|- align="right" | |||
| align="left" | [[Geothermie]] || 195 || 0,04 || 214 || 0,04 | |||
|- align="right" class="hintergrundfarbe2" | |||
| align="left" | '''Summe''' || '''275.104''' || '''52,9''' || '''283.997''' || '''54,4''' | |||
|- | |||
| colspan="10"|¹ bei Pumpspeicherkraftwerken nur Stromerzeugung aus natürlichem Zufluss <br> ² inklusive Klärschlamm <br> ³ biogener Anteil des Abfalls in Abfallverbrennungsanlagen mit 50 Prozent angesetzt <br> ⁴ bezogen auf den Bruttostromverbrauch, 2023: 520,5 TWh, 2024: 521,7 TWh, fossile Bruttostromerzeugung nach AGEB, vorläufige Schätzung | |||
|} | |} | ||
<div style="clear: both;"></div> | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
Aktuelle Version vom 13. Oktober 2026, 17:55 Uhr
Unter erneuerbaren Energien (auch regenerative Energien) versteht man jene Form der Energiequellen, die nicht auf fossile Energieträger basiert. Sie nutzen die in der Umwelt vorhandene und sich durch natürliche Vorgänge erneuernde Energieformen und stehen somit nach den Zeitmaßstäben des Menschen unendlich lange zur Verfügung. Dazu zählen:
- Sonnenenergie: Photovoltaik, Solarthermische Kraftwerke, Sonnenkollektor, Passive Solarnutzung
- Windenergie
- Wasserkraft: Wasserkraftwerke, Wellenenergie, Gezeitenkraft
- Bioenergie aus Biomasse z. B. Biokraftstoffe (siehe auch: nachwachsende Rohstoffe)
- Erdwärme: Geothermie, Wärmepumpen
- und Umwelt-/Umgebungswärme: Wärmepumpen
Die wichtigste Stromquelle für Deutschland
![]() Quelle: BMWE - (C) UBA (AGEE-Stat) 02/2026 |
Erneuerbare Energien sind mittlerweile die wichtigste Stromquelle für Deutschland.
Sie sind von zentraler Bedeutung für Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
Die Stromversorgung in Deutschland wird Jahr für Jahr sauberer und klimafreundlicher. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch wächst beständig: von rund sechs Prozent im Jahr 2000 auf mehr als 55 Prozent im Jahr 2025. Das zeigen die aktualisierten Daten (PDF) der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) beim Umweltbundesamt.
Seit dem Jahr 2023 wird stabil mehr als die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt – im Wesentlichen durch Wind- und Sonnenenergie. Dabei sorgt ein stärkerer Zubau an Photovoltaik- und Windenergieanlagen sorgt für einen kräftigen Anstieg an grünem Strom.
Gleichzeitig ist die Versorgungssicherheit weiterhin sehr hoch – wichtig für Haushalte und Unternehmen. Wie zuverlässig die Stromversorgung ist, zeigen regelmäßig die Daten der Bundesnetzagentur.
Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen. (BMWE 2025: Nach der Vollendung des Kohleausstiegs soll die Stromversorgung treibhausgasneutral sein. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor, das so zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beiträgt.)
Auch bei der Wärmeversorgung spielen erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle, insbesondere dank der ständig steigenden Nutzung von Wärmepumpen. Im Jahr 2025 betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte etwa 19,0 Prozent und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Verkehr tragen Biokraftstoffe und Elektromobilität zunehmend zur Dekarbonisierung bei, auch wenn im Verkehr der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch mit lediglich 8,0 Prozent am geringsten ist.
Mehr Solarstrom im Jahr 2025: Erneuerbare Energien decken bereits 55,1 Prozent des Stromverbrauchs
![]() Quelle: AGEE-Stat - Broschüre |
![]() Quelle: AGEE-Stat - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
Mit rund 290,2 Terawattstunden (TWh) wurde im Jahr 2025 erneut etwas mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als im Vorjahr. Ein starker Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen glich dabei witterungsbedingte Rückgänge bei Windenergie und Wasserkraft aus.
Während die erneuerbare Strommenge leicht anstieg (plus 1 Prozent), war der Stromverbrauch leicht rückläufig. Die fossile Stromerzeugung wuchs minimal, während gleichzeitig Stromimporte zurückgingen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 2025 lag bei 55,1 Prozent und somit knapp über dem Vorjahreswert von 54,4 Prozent.
Wind- und Solarenergie stellten auch 2025 den mit Abstand größten Teil der erneuerbaren Stromerzeugung. Gemeinsam entfielen auf beide Technologien mehr als drei Viertel (78 Prozent) des erneuerbaren Stroms. Die übrigen etwa 22 Prozent wurden durch Biomasse, Wasserkraft und Geothermie bereitgestellt.
Insgesamt wurden durch Windenergie rund 133,7 TWh Strom erzeugt. Die Windenergie bleibt damit weiterhin der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Die Erzeugung aus Windkraft ging allerdings auf Grund ungünstiger Witterung bereits im zweiten Jahr in Folge zurück (minus 4 Prozent).
Dem gegenüber stieg durch den anhaltenden Zubau neuer PV-Anlagen und aufgrund des sonnigen Wetters die Solarstromerzeugung im Jahr 2025 um deutliche 21 Prozent an. Mit 91,6 TWh ist die Photovoltaik nun vor Erdgas und Braunkohle der zweitwichtigste Energieträger zur Stromerzeugung.
Aufgrund eines außergewöhnlich trockenen Jahres lag die Stromerzeugung aus Wasserkraft hingegen erheblich unter dem Vorjahreswert. Die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Abfall blieb ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau.
Photovoltaik
Die Stromerzeugung aus PV-Anlagen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf nunmehr 91,6 TWh an (2024: 75,9 TWh). Dieser Wert enthält neben der ins Netz eingespeisten Strommenge auch lokal selbst erzeugten und verbrauchten Strom. Das insgesamt starke Wachstum wurde im Zusammenspiel von günstiger Witterung und vielen neuen PV-Anlagen erreicht.
Ende des Jahres 2025 waren in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit einer Bruttoleistung von insgesamt fast 120.000 MW installiert. Damit wuchs die Gesamtleistung des PV-Anlagenparks im letzten Jahr um etwa 17.600 MW oder 17 Prozent. Der Rekordzubau des Vorjahres konnte damit nicht ganz erreicht werden. Insgesamt hat sich die installierte Leistung in den letzten vier Jahren aber nahezu verdoppelt.
Nach ersten Angaben der Bundesnetzagentur wurden vom Gesamtzubau 2025 46 Prozent (ca. 8.100 MW) als Gebäudesolaranlagen (auf Dächern oder als Fassadenanlagen) installiert. Freiflächenanlagen machten gut 47 Prozent des Zubaus aus (ca. 8.300 MW).
Nachdem in den Vorjahren die Gebäudeanlagen dominierten, ist damit im Jahr 2025 eine etwa hälftige Aufteilung zu verzeichnen.
Zusätzlich wird von einer Installation von weiteren etwa 1,3 Mio. sogenannten Balkonsolaranlagen im Jahr 2025 ausgegangen. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Größe entspricht diese hohe Anlagenzahl allerdings nur einem Leistungszubau von etwa 1.250 MW beziehungsweise etwa 7 Prozent der neu hinzugebauten Leistung. Nach Schätzungen der AGEE-Stat sind derzeit etwa 4,2 Mio. Balkonsolaranlagen mit einer Leistung von etwa 3.700 MW installiert. Dies entspricht etwa 3% der gesamten installierten PV-Leistung.
Um die Klimaschutzziele der Bundesrepublik zu erreichen, wurde im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ein PV-Ausbauziel von 215 GW im Jahr 2030 formuliert und mit einem gesetzlichen Ausbaupfad hinterlegt. Das für das Jahr 2026 festgelegte Zwischenziel von 128 GW ist aktuell in Reichweite. In den Folgejahren bis 2030 bleibt allerdings ein weiterer Zubau von jährlich etwa 20 GW notwendig.
Mehr siehe Photovoltaik
Windenergie
Die Windenergie war auch im Jahr 2025 der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Durch Windenergieanlagen an Land und auf See wurde eine Strommenge von 133,7 TWh erzeugt. Dies entspricht einem Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr (139,8 TWh).
Dieser Rückgang kann auf vergleichsweise ungünstige Windverhältnisse zurückgeführt werden, die durch den wieder anziehenden Zubau neuer Anlagenleistung nicht ausgeglichen werden konnten. So wurden im Jahr 2025 deutlich niedrigere mittlere Windgeschwindigkeiten als im Vorjahr registriert. In der Folge kam es nach dem sehr windstarken Jahr 2023 nun zum zweiten Mal in Folge zu einem Rückgang der Windstromerzeugung. Dabei ging die Erzeugung an Land um sechs Prozent auf 107,2 TWh zurück. Auf See stieg die erzeugte Strommenge dagegen mit einem Plus von 2 Prozent auf 26,5 TWh leicht an.
Mehr siehe Windenergie
Biomasse, Wasserkraft und Geothermie
Die Stromerzeugung aus Biomasse, Wasserkraft und Geothermie liegt seit etwa zehn Jahren in Summe bei rund 70 TWh. Im gleichen Zeitraum sank ihr Anteil an der insgesamt erzeugten erneuerbaren Strommenge von knapp 50 Prozent auf nunmehr etwa 25 Prozent. Trotz des sinkenden relativen Anteils kommt insbesondere der Biomasse als witterungsunabhängig und bedarfsgerecht einsetzbarem Energieträger weiterhin eine wichtige Rolle zu.
Mehr siehe: Biomasse, Wasserkraft, Geothermie
Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt leicht an
![]() Quelle: AGEE-Stat - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: AGEE-Stat - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
Nach derzeit verfügbaren Daten lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte im Jahr 2024 mit 18,1 Prozent leicht über dem Wert des Vorjahres (2023: 18,0 Prozent).
Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf mehrere Effekte: So waren die Jahre 2023 und 2024 ähnlich warm, so dass sich die Heizwärmebedarfe beider Jahre kaum unterschieden. Infolgedessen nahm die Nutzung von Wärme und Kälte aus erneuerbaren Quellen nur moderat auf 197,2 TWh zu. Zugleich stieg auch jedoch der häufig noch mit fossilen Energieträgern gedeckte Prozesswärmebedarf der Industrie wieder etwas stärker an.
Hinsichtlich der einzelnen erneuerbaren Energieträger im Wärmesektor ergibt sich ein gemischtes Bild: Bei Biomasse und biogenem Abfall gab es nach derzeitigem Kenntnisstand kaum Veränderungen gegenüber dem Vorjahr (minus 0,2 Prozent). Gleichzeitig wuchs die Energiebereitstellung aus tiefer und oberflächennaher Geothermie sowie aus Umweltwärme (plus 14 Prozent) deutlich. Die sonnenärmere Witterung hingegen beeinflusste die Wärmenutzung aus Solarthermieanlagen negativ, so dass hier ein Minus von 4 Prozent zu verzeichnen war.
Biomasse
Mit einem Anteil von 81 Prozent blieb die Biomasse (inklusive des biogenen Anteils des Abfalls) mit großem Abstand die wichtigste erneuerbare Wärmequelle. Die gesamte aus Biomasse bereitgestellte Wärmemenge sank allerdings leicht von 159,5 TWh im Jahr 2023 auf 159,1 TWh im Jahr 2024. Mit etwa drei Vierteln stellte die feste Biomasse – überwiegend Brennholz und andere energetisch genutzte Holzsortimente – den größten Anteil an der Wärme aus Biomasse bereit (120,7 TWh). Danach folgte die Wärmebereitstellung aus Biogas und Biomethan (19,7 TWh), biogenem Abfall (14,2 TWh) und flüssiger Biomasse (2,1 TWh).
Mehr siehe: Biomasse
Geothermie und Umweltwärme
Der Markt für Wärmepumpen ist laut dem Bundesverband Wärmepumpe e. V. (BWP) im Jahr 2024 deutlich zurückgegangen: Mit rund 193.000 verkauften Heizungswärmepumpen wurden etwa 46 Prozent weniger Anlagen zu Heizzwecken abgesetzt als im Vorjahr. Der Absatz von Brauchwasserwärmepumpen sank um 50 Prozent auf insgesamt 41.500 Stück. Trotz des Rückgangs der Neuinstallationen hat sich der Gesamtbestand von Wärmepumpen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10 Prozent erhöht. Insgesamt lag die Zahl der installierten Wärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme und oberflächennaher Geothermie am Ende des Jahres 2024 bei etwa 2,3 Millionen. Die zunehmende Verbreitung spiegelt sich auch in einem Anstieg der Wärmenutzung wieder: Zusammen mit den tiefengeothermischen und balneologischen Anlagen (Bäderbetriebe) wurden im Jahr 2024 insgesamt 29,3 TWh Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen. Dies sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr (25,7 TWh) und entspricht damit inzwischen knapp 15 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärme.
Mehr siehe: Geothermie
Solarthermie
Die Energiekrise des Jahres 2022 hatte auch zu einem Anziehen des Interesses an solarthermisch unterstützter Heizung und Warmwasserbereitung geführt. Dieses Interesse ist in den Jahren 2023 und 2024 wieder deutlich abgekühlt. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW) lag die 2024 neu installierte Kollektorfläche mit insgesamt etwa 217.000 Quadratmetern nochmals unter dem Niveau des bereits zubauschwachen Vorjahres. Unter Berücksichtigung des Rückbaus von Altanlagen, die an das Ende ihrer Lebensdauer gekommen sind, sank nach derzeitigem Kenntnisstand die insgesamt installierte Kollektorfläche von 22,4 auf nunmehr 22,2 Millionen Quadratmeter.
Die durchschnittliche Globalstrahlung im Jahr 2023 beeinflusste neben der Stromproduktion aus Photovoltaik auch die solarthermische Wärmeerzeugung. Die Wärmeerzeugung aus Solarthermie lag im Jahr 2024 mit 8,8 TWh etwa 4 Prozent unter dem Wert des Jahres 2023 (9,1 TWh).
Mehr siehe: Solarthermie
Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor sinkt
![]() Quelle: AGEE-Stat - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: AGEE-Stat - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
Auch im Jahr 2024 bleibt der Verkehrssektor der Bereich mit dem geringsten Anteil an erneuerbaren Energien. So sank der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch im Verkehr von 7,6 Prozent im Vorjahr auf 7,2 Prozent. Insgesamt verminderte sich der Endenergieverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern im Verkehr um ca. 6 Prozent (auf 42,0 TWh), während gleichzeitig auch der gesamte Endenergieverbrauch im Verkehr um etwa 1 Prozent auf 581 TWh zurückging.
Positiv entwickelt sich im Bereich des Verkehrs weiterhin der Einsatz von erneuerbarem Strom. So wurde im Jahr 2024 14 Prozent mehr erneuerbarer Strom im Verkehr verwendet als im Vorjahr. Der Einsatz von Biokraftstoffen verringerte sich dagegen im Jahr 2024 um fast 11 Prozent.
Biokraftstoffe
Basierend auf einer Hochrechnung bereits vorliegender vorläufiger Monatsdaten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) lag der Gesamtabsatz von Biokraftstoffen im Jahr 2024 deutlich unter dem Niveau des Jahres 2023. Der Absatz von Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl (HVO) ist nach derzeitigen Erkenntnissen durch den insgesamt weiterhin rückläufigen Dieselverbrauch und insbesondere auch aufgrund neuer Regelungen der 38. BImSchV besonders stark zurückgegangen. Mit 20,4 TWh wurden fast 21 Prozent weniger Biodiesel und HVO abgesetzt als im Vorjahr. Im Jahr 2025 ist allerdings wieder mit einem Anstieg zu rechnen. Der Absatz von Bioethanol wuchs dagegen um etwa 1,1 Prozent auf etwa 9,2 TWh. Der Einsatz von Biomethan als Kraftstoff lag insbesondere wegen des deutlich erhöhten biogenen Anteils beim LNG gegenüber 2023 mit 3,1 TWh etwa 75 Prozent über dem Vorjahreswert. Pflanzenöl wurde weiterhin in nur sehr geringem Umfang eingesetzt (etwa 3.000 Tonnen dies entspricht 0,03 TWh).
mehr siehe: Biokraftstoffe
Erneuerbarer Strom im Verkehrssektor
Neben den Biokraftstoffen trägt besonders der Stromverbrauch für Elektromobilität in Verbindung mit dem hohen Anteil grünen Stroms im deutschen Strommix zur Energiewende im Verkehrssektor bei. Das Wachstum der Nutzung von Strom im Straßenverkehr übertrifft seit einigen Jahren das Wachstum bei den Biokraftstoffen um ein Vielfaches.
Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im Jahr 2024 insgesamt 572.672 (2023: 700.206) Neuwagen mit elektrischem Antrieb (batterieelektrisch, Plug-in-Hybrid, Brennstoffzelle) zugelassen. Dies waren 20,3 (Vorjahr: 24,6) Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Pkw. 13,5 Prozent aller neu zugelassenen PKW wurden rein batterieelektrisch angetrieben. Dies waren mit 380.609 Fahrzeugen deutlich weniger als im Jahr 2023 (524.219).
Der Gesamtstromverbrauch im Straßenverkehr hat sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als 58 Prozent erhöht. Er liegt jedoch mit etwa 5,9 TWh weiterhin deutlich unter dem Verbrauch von Strom im Schienenverkehr (11 TWh). Straßen- und Schienenverkehr sind damit zusammen für rund 3 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs verantwortlich.
Höherer Stromverbrauch bei gleichzeitig steigendem erneuerbaren Anteil am Strommix lassen auch den rechnerisch ermittelten Verbrauch an erneuerbarem Strom im Verkehr deutlich steigen: Im Jahr 2024 wurden etwa 9,2 Mrd. kWh erneuerbarer Strom im Verkehr genutzt. Dies sind etwa 14 Prozent mehr als im Vorjahr (2023: 8,1 Mrd. kWh).
Insgesamt trägt der Verbrauch von Strom aus erneuerbaren Quellen zu etwa 22 Prozent (Vorjahr 18 Prozent) zum Endenergieverbrauch erneuerbarer Energien im Verkehrssektor bei. Darüber hinaus sorgt die höhere Effizienz von Elektromotoren auch dafür, dass pro eingesetzter Energiemenge eine höhere Verkehrsleistung (beispielsweise in Form von Personenkilometern) erreicht wird.
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch
![]() Quelle: AGEE-Stat - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: UBA (AGEE-Stat) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: ZSW (AGEE-Stat) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
Mit den europäischen Richtlinien für erneuerbare Energien (2009/28/EC und 2018/2001/EC) wurden verbindliche Ziele vereinbart: Sollten bis 2020 zunächst EU-weit 20 Prozent des Brutto-Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien erreicht werden, hat die EU im Zuge des klima- und energiepolitischen „Fit for 55 – Pakets“ die Erneuerbaren-Ziele für 2030 mit 42,5 bis 45 Prozent inzwischen deutlich angehoben. Im Rahmen der damit einhergehenden Aktualisierung des integrierten nationalen Energie- und Klimaplans (NECP) hat sich Deutschland zu einem Ziel von 41 Prozent bis zum Jahr 2030 verpflichtet.
Im Rahmen der ersten Erneuerbaren-Richtlinie (RED) war Deutschland verpflichtet, im Jahr 2020 18 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien bereitzustellen. Dieses nationale Ziel wurde mit 19,1 Prozent übertroffen. Um allerdings den neuen Zielwert von 41 Prozent im Jahr 2030 zu erreichen, muss sich das Tempo des Umstiegs auf erneuerbare Energien deutlich erhöhen. Mit dem Jahr 2021 wurde die Berechnungsgrundlage des Anteils zudem an die neuen Vorgaben der zweiten Erneuerbaren-Richtlinie angepasst, so dass die Vergleichbarkeit mit den Werten bis 2020 nur eingeschränkt gegeben ist.
Nach Auswertung der derzeit verfügbaren Daten stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2024 auf 22,4 Prozent. Der Anstieg von 0,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf einen Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zurückzuführen. Die schwache Dynamik im Wärme- und Verkehrssektor bremsten hingegen die positive Entwicklung.
Hinzuweisen ist auf die speziellen Berechnungsvorschriften der RED, die beispielsweise eine Normalisierung von Wind- und Wasserkrafterzeugung vorsehen sowie spezielle Anrechnungsmethoden im Bereich der Biokraftstoffe. Hierdurch unterscheiden sich die nach EU-Richtlinie berechneten Anteilswerte von den in den weiteren Kapiteln dargestellten (nach nationaler Methodik berechneten) Anteilen im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor.
Der Ausbau erneuerbarer Energien trägt wesentlich zur Erreichung der Klimaschutzziele bei. Indem fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden, sinken die energiebedingten Treibhausgasemissionen aus Kohle, Gas und Öl.
Insgesamt wurden im Jahr 2024 durch den Einsatz erneuerbarer Energien rund 256 Mio. t CO₂-Äquivalente vermieden. Dies ist eine moderate Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (250 Mio. t vermiedene Emissionen), die maßgeblich durch die gestiegene erneuerbaren Stromerzeugung erreicht wurde. Den größten Anteil an der Emissionsvermeidung hatte mit 106 Mio. t CO₂-Äquivalenten die Stromerzeugung aus Windkraft. Insgesamt entfielen auf den stark dominierenden Stromsektor rund 205 Mio. t CO₂-Äquivalente. Im Wärmesektor wurden 41 Mio. t CO₂-Äquivalente und durch Biokraftstoffe im Verkehr etwa 10 Mio. t CO₂-Äquivalente vermieden.
Die Berechnungen zur Emissionsvermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien basieren auf einer ganzheitlichen Betrachtung. Dabei werden die durch die Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien verursachten Emissionen mit denen verrechnet, die durch die Substitution fossiler Energieträger vermieden werden. Vorgelagerte Prozessketten zur Gewinnung und Bereitstellung der Energieträger sowie für die Herstellung und den Betrieb der Anlagen (jedoch ohne Anlagenrückbau) werden dabei berücksichtigt. Die Publikation „Emissionsbilanz Erneuerbarer Energieträger“ ist auf den Seiten des Umweltbundesamtes verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/emissionsbilanz-erneuerbarer-energietraeger-2023
Auch im Jahr 2024 gingen vom Ausbau der erneuerbaren Energien bedeutende wirtschaftliche Impulse aus, obwohl die Investitionen in erneuerbare Energieanlagen den Rekordwert des Jahres 2023 nicht erreichten. Nach vorläufigen Berechnungen beliefen sie sich im Jahr 2024 auf 32,0 Mrd. Euro, was einem Minus von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (38,1 Mrd. Euro) entspricht, aber dennoch den zweithöchsten Wert seit dem Jahr 2000 darstellt.
Lediglich die Investitionen in Windkraft auf See legten im Vergleich zum Vorjahr zu, die übrigen Sparten wiesen rückläufige Investitionen auf. Den stärksten Rückgang verzeichnete der Wärmepumpenmarkt, aber auch der Absatz von Biomasseheizkesseln lag deutlich unter dem des Jahres 2023. Die Investitionen in Photovoltaikanlagen sanken trotz eines gestiegenen Leistungszubaus auf Grund deutlich gesunkener Anlagenpreise. Die in Windkraftanlagen an Land investierte Summe hingegen spiegelt den etwas geringeren Leistungszubau wider. Die Investitionen in Solarthermieanlagen, Wasserkraftanlagen sowie Biomasseanlagen zur Stromerzeugung setzten den schon in den Vorjahren zu beobachtenden rückläufigen Trend fort.
Insgesamt entfielen 48 Prozent der Investitionen auf Photovoltaik (nach 47 Prozent 2023), 28 Prozent auf Windenergieanlagen an Land und auf See (nach 21 Prozent 2023), 17 Prozent auf Geothermie und Umweltwärme (nach 23 Prozent 2023) und 6 Prozent auf Biomasseanlagen zur Nutzung von Wärme (nach 7 Prozent 2023).
Im Gegensatz zur Entwicklung der Investitionen bewegten sich die wirtschaftlichen Impulse aus dem Betrieb der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien (inklusive Umsätze durch den Absatz von Biokraftstoffen) auf dem Niveau des Vorjahres. Sie lagen mit 23,3 Mrd. Euro ganz leicht über dem Vorjahreswert (23,2 Mrd. Euro).
Grafiken und Tabellen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland
Stand: Februar 2025
![]() Quelle: DWD (AGEE-Stat) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: DWD (AGEE-Stat) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: DWD (AGEE-Stat) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
![]() Quelle: DWD (AGEE-Stat) - Download Broschüre Kurzlink: http://bit.ly/2dowYYI |
| Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien | |||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erneuerbare Energien 2023 | Erneuerbare Energien 2024 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Bruttostromer-zeugung in GWh | Anteil am Brutto-stromverbrauch⁴ in % | Bruttostromer-zeugung in GWh | Anteil am Brutto-stromverbrauch⁴ in % | ||||||||||||||||||||||||||
| Wasserkraft¹ | 19.895 | 3,8 | 22.213 | 4,3 | |||||||||||||||||||||||||
| Windenergie an Land | 117.877 | 22,6 | 112.777 | 21,6 | |||||||||||||||||||||||||
| Windenergie auf See | 23.887 | 4,6 | 26.082 | 5,0 | |||||||||||||||||||||||||
| Photovoltaik | 63.873 | 12.3 | 74.134 | 14,2 | |||||||||||||||||||||||||
| biogene Festbrennstoffe² | 10.434 | 2,0 | 10.104 | 1,9 | |||||||||||||||||||||||||
| biogene flüssige Brennstoffe | 110 | 0,02 | 101 | 0,02 | |||||||||||||||||||||||||
| Biogas | 28.272 | 5,4 | 28.557 | 5,5 | |||||||||||||||||||||||||
| Biomethan | 3.120 | 0,6 | 2.734 | 0,5 | |||||||||||||||||||||||||
| Klärgas | 1.529 | 0,3 | 1.525 | 0,3 | |||||||||||||||||||||||||
| Deponiegas | 211 | 0,04 | 179 | 0,03 | |||||||||||||||||||||||||
| biogener Anteil des Abfalls³ | 5.701 | 1,1 | 5.377 | 1,0 | |||||||||||||||||||||||||
| Geothermie | 195 | 0,04 | 214 | 0,04 | |||||||||||||||||||||||||
| Summe | 275.104 | 52,9 | 283.997 | 54,4 | |||||||||||||||||||||||||
| ¹ bei Pumpspeicherkraftwerken nur Stromerzeugung aus natürlichem Zufluss ² inklusive Klärschlamm ³ biogener Anteil des Abfalls in Abfallverbrennungsanlagen mit 50 Prozent angesetzt ⁴ bezogen auf den Bruttostromverbrauch, 2023: 520,5 TWh, 2024: 521,7 TWh, fossile Bruttostromerzeugung nach AGEB, vorläufige Schätzung | |||||||||||||||||||||||||||||
Einzelnachweise
- weitere Quellen
- Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat)
- Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)
- Statistisches Bundesamt (StBA)
- Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)
- Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e. V. (AGEB)
- Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW)
- Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar)
- Deutsches BiomasseForschungsZentrum gGmbH (DBFZ)
- Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. Berlin (DIW Berlin)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)
- Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS)
- Ingenieurbüro für neue Energien (IfnE)
- Hinweis
Die hier veröffentlichten Daten sind vorläufig und können sich im Laufe des Jahres noch etwas ändern. Differenzen zwischen den Werten in den Tabellen und den entsprechenden Spalten- bzw. Zeilensummen ergeben sich durch Rundungen.
Quelle
- www.erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ee_hintergrund_2009_bf.pdf
- https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/erneuerbare-energien#entwicklung-in-zahlen
- Download Broschüre: Erneuerbare Energien in Deutschland, Daten zur Entwicklung im Jahr 2024 (März 2025) - Kurzlink: bit.ly/2dowYYI
Verordnungen - Gesetze
Weblink
- www.erneuerbare-energien.de eine Seite der BMU
Sonnenenergie:
Photovoltaik |
Solarthermische Kraftwerke |
Sonnenkollektor |
Passive Solarnutzung
Windenergie •
Wasserkraft •
Erdwärme:
Geothermie |
Wärmepumpen (Umgebungswärme)
Nachwachsende Rohstoffe:
Biomasse |
Energiepflanzen |
Bioenergie |
Biokraftstoffe:
Pflanzenöl |
Biodiesel |
Bioethanol |
Biomass-to-Liquid |
Biogas
Erneuerbare-Energien-Gesetz













